ESM-Computer Magazin
Datenschutz und Datensicherheit

Sensible Daten sicher verschlüsseln

Sensible Daten sicher verschlüsseln

Sensible Daten sicher verschlüsseln – mit VeraCrypt

Datensicherheit – ein oft unterschätztes Risiko

Jeder, der unsere Artikel im Blog regelmäßig verfolgt, hat es sicherlich schon bemerkt: Das Thema Datensicherheit liegt uns hier bei der ESM-Computer GmbH ganz besonders am Herzen und ist auch mir persönlich ein sehr großes Anliegen. So haben wir dir in den letzten Wochen zum Beispiel 5 clevere Tools für mehr Datensicherheit vorgestellt, sowie erklärt, wie du dir kinderleicht absolut sichere Passwörter ausdenken und diese verschlüsselt auf deinem PC abspeichern kannst.

Die Sicherheit und der Schutz persönlicher Daten erfährt aktuell eine sehr hohe mediale Aufmerksamkeit. Man denke hier nur an den Facebook-Skandal, oder die bald in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung. Trotzdem stellen wir immer wieder fest, wie sorglos und gar fahrlässig viele Menschen mit Ihren persönlichen Daten umgehen.

In unserem heutigen Artikel zeigen wir dir deshalb, wie einfach es ist, mit Hilfe des kostenlosen Programms VeryCrypt, sensible Daten auf deinem PC komplett zu verschlüsseln und so vor jeglichem Zugriff von außen abzuschirmen.

Was ist VeraCrypt?

VeraCrypt ist ein kostenloses Programm, welches es dir ermöglicht, Dateien zu verschlüsseln und auf deinem Rechner zu verstecken. So kannst du effektiv verhindern, dass sensible Daten (z.B. Emails, Dokumente, Bilder usw.) in falsche Hände gelangen. Je nach Bedarf kannst du nur einzelne Ordner verschlüsseln, oder aber ganze USB-Sticks, Partitionen oder gar komplette Festplatten. Der folgende Leitfaden soll anhand vieler bebilderter Einzelschritte die Installation und Verwendung von VeraCrypt erklären und so auch für unerfahrene Nutzer verständlich machen.

Die Installation

Zuerst musst du das Programm VeraCrypt natürlich herunterladen. Unter diesem Link (https://www.veracrypt.fr/en/Downloads.html) findest du die passenden Versionen für Windows, Mac OS X, Linux, FreeBSD sowie Raspbian. Für Windows-Nutzer steht sogar eine portable Version bereit, welche komplett von einem USB-Stick aus gestartet werden kann und keine Installation voraussetzt. Dies ist immer dann anzuraten, wenn du die Existenz der verschlüsselten Dateien noch sicherer verstecken willst. Bei einer Installation könnte nämlich allein schon durch das Vorhandensein des Programms VeraCrypt der Verdacht aufkommen, dass sich auf deinem PC entsprechende verschlüsselte Dateien befinden könnten.

  Nachdem der Download vollständig abgeschlossen ist, startet ein Doppelklick auf „VeraCrypt Setup“ die Installationsroutine. Nach dem üblichen Bestätigen der Lizenzbestimmungen fragt dich das Programm, ob es installiert (Install) oder nur entpackt (Extract) werden soll. Das Entpacken ist die oben bereits angesprochene portable Version, bei der keine Installation auf deinem PC erfolgt. Für unser Tutorial entscheiden wir uns für eine vollständige Installation und bestätigen mit „Next“.

 

Im darauf folgenden Fenster suchst du dir wie üblich ein Installationsverzeichnis aus und lässt alle Häkchen aktiviert (diese sollten schon vorbelegt sein), bevor du die eigentliche Installation mit Klick auf „Install“ startest.

Sobald die Installation abgeschlossen ist, erscheint die Meldung "VeraCrypt has been successfully installed", welche du mit Klick auf "OK" bestätigst. Im nächsten Fenster hast du noch die Möglichkeit, für das Programm zu spenden. Dies ist jedoch komplett optional und für eine vollumfängliche Nutzung nicht erforderlich. Für unsere Zwecke genügt hier ein simpler Klick auf "Finish".

Es öffnet sich ein letztes Fenster, indem du noch die Möglichkeit hast, dir den Anfänger-Guide durchzulesen, in dem die wichtigsten Schritte ausführlich erklärt werden. Der Guide ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit über den Link https://www.veracrypt.fr/en/Documentation.html erreichbar. Leider steht er jedoch nur in englischer Sprache vollständig zur Verfügung. Dank unseres Tutorials in deutscher Sprache genügt hier auch ein Klick auf „Nein“ und die Installation ist erfolgreich beendet.

Erster Programmstart und Spracheinstellung

Nach dem ersten Programmstart präsentiert sich VeraCrypt wie auf den unteren Bildern zu sehen. Werkseitig ist das Programm komplett auf Englisch eingestellt, das passende Sprachpaket für Deutsch ist aber bereits vorinstalliert. Um die Sprache umzustellen, klicke zunächst auf "Settings", dann auf  "Language..." und wähle hier "Deutsch" aus. Nach einem weiteren Klick auf "OK" ist das Programm nun komplett eingedeutscht und damit deutlich leichter zu handhaben.

 

Erstellen eines neuen Containers

VeraCrypt bietet viele unterschiedliche Möglichkeiten, um deine Dateien sicher zu verschlüsseln. Diese reichen von der Verschlüsselung einzelner Dateien, über die Erstellung von abgetrennten Containern, bis hin zur vollständigen Verschlüsselung deines gesamten Rechners.

Für unser kleines Tutorial werden wir uns einen sogenannten "Container" erstellen. Ein Container ist dabei eine spezielle Datei auf der Festplatte, welche wiederum mit anderen Dateien gefüllt werden kann. Alles, was am Ende in dieser Containerdatei liegt, wird verschlüsselt und ist somit ohne Kenntnis des korrekten Passwortes weder in seiner Existenz sichtbar, noch kann es geöffnet werden. Man sieht also nur die Containerdatei ansich als vorhanden, deren Inhalt an weiteren Dateien sowie die genaue Größe des Inhalts bleiben im Verborgenen.

Erstellen der Containerdatei

Klicke hierfür im Hauptfenster von VeraCrypt auf "Volumes" und anschließend auf "neues Volume erstellen". Im folgenden Fenster kannst du nun auswählen, ob du eine Containerdatei erstellen, eine komplette Festplatte oder Partition verschlüsseln, oder dein Systemlaufwerk verschlüsseln willst.

Wir beschränken uns für unser Tutorial auf eine Containerdatei und wählen die erste Option, sofern nicht bereits vorausgewählt.

Im zweiten Schritt hast du nun die Wahl zwischen einem Standard-Volume oder einem versteckten Volume.

Wie der Name schon andeutet, ist beim Standard-Volume die Containerdatei als solche auf dem Laufwerk sichtbar (zum Beispiel im Windows-Explorer, nicht jedoch deren Inhalt). Bei Option 2 dagegen ist nicht einmal mehr die Datei selbst zu sehen.

Hier könnte man nur noch durch den "fehlenden" Speicherplatz auf dem Laufwerk auf die Existenz einer versteckten Datei schließen.

Für unser Beispiel bleiben wir bei Option 1 und bestätigen mit Klick auf "Weiter".

Die folgenden Schritte sind eigentlich relativ selbsterklärend und zudem durch sehr gute Hinweise im Programm selbst versehen. Zunächst musst du den gewünschten Speicherort sowie den Namen deines Containers auswählen. In unserem Beispiel soll der Container schlicht "Beispielcontainer" heißen und auf dem Desktop abgespeichert werden. Du kannst deinen Container natürlich an einem beliebigen Ort (z.B. auch auf einer externen Festplatte oder einem USB-Stick) anlegen und selbstverständlich auch anders benennen.
 

Auswahl der Verschlüsselung

 

Passwort oder Schlüsseldatei

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