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Datenschutz und Datensicherheit

Sicheres Surfen für Kids – 7 einfache Regeln

Sicheres Surfen für Kids – 7 einfache Regeln

Sicheres Surfen für Kids - 7 einfache Regeln

Die Medien sind voll von Horrormeldungen über die Gefahren des Internets. Von einfachem Betrug, über Online-Spielsucht, bis hin zu Gewaltbildern, Webcam-Erpressungen, Kinderpornographie, Cybermobbing und dergleichen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht mit ähnlich erschreckenden Meldungen in den Nachrichten und Zeitungen konfrontiert werden. Doch wie sollen Kinder und Jugendliche das Internet entdecken und die positiven Seiten dessen kennen lernen, ohne den vermeintlichen Gefahren zu erliegen?

 

Der Reiz des Unbekannten

Kinder und Jugendliche finden das Surfen im Netz spannend und entdecken gerne neue Seiten und bis dato unbekannte Welten. Am liebsten natürlich ganz ohne elterliche Kontrolle und erhobenen Zeigefinger. Hinsichtlich der oben angesprochenen Risiken und Gefahren ist jedoch ein gewisses Maß an Kontrolle durchaus sinnvoll und sogar notwendig. Aber in welchem Maß?

Wie kann ich meinen Kids den Zugang zum Internet erlauben, ohne dabei die Gefahren aus den Augen zu verlieren?

 

Gefahren erkennen

Wichtig ist zunächst einmal, dass du die potentiellen Gefahren erkennst und ernst nimmst, ohne sie jedoch unnötig zu dramatisieren oder aufzubauschen. Erst dann kannst du mit den Kindern gemeinsam verbindliche Regeln vereinbaren, kindgerechte Angebote auswählen und technische Sicherheitsmaßnahmen nutzen.

Als kleine Hilfestellung und in engem Abgleich mit der Plattform Schau-Hin! haben wir heute 7 einfache Tipps für euch zusammengestellt, wie Kinder das Internet sicher und mit viel Spass entdecken können.

 

unsere 7 Tipps für sicheres Surfen

Tipp 1: gemeinsam starten

Das Internet gehört heutzutage zur Lebenswirklichkeit und zum Alltag einfach dazu. Auch die jüngsten Kids kommen spätestens im Kindergartenalter mit den ersten Begriffen aus der Netzwelt in Berührung und entwickeln eine natürliche Neugierde für das unbekannte Phänomen "Internet". Dagegen ist auch prinzipiell nichts einzuwenden, sofern die Entdeckungsreise in das Internet mit elterlicher Begleitung und dem richtigen Angebot passiert.

Grundsätzlich sollten Kinder unter 12 Jahren aber nicht alleine im Internet unterwegs sein. Es empfiehlt sich daher, dass Kinder stets in Sichtweite der Eltern surfen und die Eltern auch Downloads und Anmeldungen selbst vornehmen. Ältere Kinder und Jugendliche können das Internet selbstständiger nutzen und benötigen einen entsprechend größeren Spielraum. Als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen sollten die Eltern aber grundsätzlich zur Verfügung stehen.

Tipp 2: passende Websites finden

Eine gute Möglichkeit für die Jüngsten, das Netz zu entdecken, bieten kindgerechte Seiten. Diese sind vor allem intuitiv aufgebaut und werbefrei. Damit ermöglichen sie ein spielerisches Kennenlernen und Lernen, ohne direkt von Werbung beeinflusst zu werden. Eine super Übersicht über eben solche Seiten findest du unter www.klick-tipps.net.

Auch spezielle Suchmaschinen für Kinder bieten sich an, zum Beispiel: fragfinn.de oder blinde-kuh.de. Bei letzterem handelt es sich nicht nur um eine pure Suchmaschine, sondern um ein richtiges Web-Portal mit Nachrichten, Videos, Spielen und vielem mehr speziell für Kinder. Schaut unbedingt mal rein.

Tipp 3: Surfzeiten festlegen

Feste Surfzeiten sorgen dafür, dass andere Interessen nicht zu kurz kommen. Dabei solltest du auch die Nutzung anderer elektronischer Medien mit berücksichtigen. Als Orientierung empfiehlt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Limit der Medienzeit von 10 Minuten pro Lebensjahr pro Tag oder 1 Stunde pro Lebensjahr pro Woche. Für Kinder ab 10 Jahren bietet sich das Wochenkontingent an, das sich Kinder ähnlich wie beim Taschengeld zunehmend selbstständig einteilen können. Das Kontingent beschränkt sich auf die freizeitliche Mediennutzung und nicht, wenn das Kind mit Medien lernt.

Tipp 4: Jugendschutz-App installieren

Neben elterlicher Aufsicht und sorgfältiger Auswahl des Contents, den die Kinder zu sehen bekommen, gibt es auch noch eine technische Lösung für mehr Jugendschutz am heimischen PC. Nämlich das von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) empfohlene Jugendschutzprogramm: „JusProg“ (jugendschutzprogramm.de). Dieses sortiert ungeeignete Websites auf Basis technischer Filter aus oder lässt nur geprüfte Websites zu. Du solltest die Einstellungen aber unbedingt regelmäßig überprüfen, neu altersgerecht einstellen und den Zugang mit einem sicheren Passwort sperren. Beachte hier auch unseren Leitfaden für sichere Passwörter. Ein Jugendschutzprogramm schützt auch nicht komplett vor ungeeigneten Inhalten. Sie ergänzen eine aufmerksame Medienerziehung durch die Eltern, ersetzen diese aber nicht!

Tipp 5: persönliche Daten schützen

Mindestens genauso wichtig, wie technische Schutzmaßnahmen oder verbindliche Regelnn ist es, die Kids für einen sorgsamen Umgang mit ihren persönlichen Daten zu sensibilisieren. Wie bei Erwachsenen gilt auch hier: Weniger ist mehr! Bedenke immer, dass unbedacht weitergegebene Daten jederzeit zu Werbezwecken verwendet oder für die Kontaktaufnahme durch Fremde genutzt werden können. dies gilt insbesondere für Daten wie Name, Telefon- und Mobilfunknummer, Adresse, Geburtsdatum, aber auch für Bilder, Videos, Passwörter sowie Daten in Sozialen Netzwerken (z.B. Standorte) oder Messenger-IDs.

Tipp 6: Urheberrechte beachten

Nicht minder wichtig und leider oftmals unterschätzt ist das Thema Urheberrechte. Nicht autorisierte Downloads und Streams gelten immer noch großteils als Kavaliersdelikte, so dass sich kaum jemand darüber Gedanken macht. Ohne jetzt eine Diskussion über illegale Musikdownloads zu starten, möchten ich den Fokus aber auf ein anderes Problem in diesem Zusammenhang legen: Nämlich die oft dubiosen Quellen solcher Angebote. Hinter den verlockenden kostenlosen Angeboten lauern nur zu gerne, Kosten- und Datenfallen sowie Sicherheitsrisiken, wie beispielsweise Viren und andere Schadsoftware, die sich auch ohne Installation übertragen können. Fast alle großen Fernsehsender bieten mittlerweile Mediatheken an, durch die man völlig risikofrei und legal in den Genuß zahlreicher Filme und Sendungen kommen kann. Besonders kindgerecht ist zum Beispiel die Mediathek des Senders ZDF tivi.

Tipp 7: über Fake-News aufklären

Im Internet kursieren häufig Falschmeldungen und es gibt vielerlei Arten von Manipulationsversuchen. Es ist daher enorm wichtig, dass du dein Kind darüber aufklärst und es dabei unterstützt, diese zu erkennen. Mit diversen Strategien wird versucht, durch das Vortäuschen von etwas vermeintlich "Authentischem" Aufmerksamkeit zu gewinnen, Klickzahlen zu erhöhen oder gar an persönliche Daten zu gelangen. Dazu zählen zum Beispiel Clickbaits (besonders aufmerksamkeiterregende Überschriften, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben), Hoaxes (zum Beispiel Kettenbriefe) oder Satire, welche für Kinder nicht unbedingt verständlich ist.

 

Zeit nehmen und Interesse zeigen

Wichtig ist neben allen oben genannten Tipps vor allem, dass du dir Zeit nimmst, um die Angebote am Anfang gemeinsam mit dem Kind zu nutzen und dann später auch weiterhin Interesse zeigst. Als Credo gilt dabei: „Verstehen und vertrauen ist besser als verbieten.“ Technische Hilfsmittel, wie die Aktivierung von Sicherheitseinstellungen oder Jugendschutzprogramme, können dich dabei immer nur unterstützen. Ersetzen können diese Hilfsmittel eine aufgeschlossene Medienerziehung allerdings nicht.

 

 

Titelbild: © Robert Kneschke - fotolia.com

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