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Datenschutz und Datensicherheit

Windows 10 – 5 Tipps gegen Daten-Spionage

Windows 10 – 5 Tipps gegen Daten-Spionage

Windows 10 - 5 Tipps gegen Daten-Spionage

Windows 10 übermittelt mehr Daten an Microsoft als jede andere Windows-Version jemals zuvor. Zumindest lautet so die vorherrschende Meinung von vielen Usern, wenn man sie über die Nachteile von Microsofts neuestem Betriebssystem befragt. Bei genauerer Nachfrage, wissen die meisten User allerdings gar nicht, wo Daten gesammelt werden, welche das genau sind und in welchem Maße diese weitergegeben werden.

Wir ändern das und zeigen dir heute, wo Windows 10 genau schnüffelt - und wie du das wirksam unterbinden kannst.

 

Big Brother is watching you

Wie groß war seinerzeit der Aufschrei in der Community, als bekannt wurde, dass Windows XP ab sofort automatisierte Updates zur Verfügung stellen wird. Auch die Presse überschlug sich regelrecht mit Negativberichten und lies damals kein gutes Haar an der "neuen" Updatepolitik von Microsoft.

Und heute? In Zeiten des Internets der Dinge ist es fast schon normal, dass jede Kaffeemaschine mehr von uns weiß, als unser menschliches Gegenüber aus Fleisch und Blut. Doch nicht nur Facebook, Amazon, Google und Co. präsentieren sich regelmäßig als wahre Datenkraken, auch Microsoft stößt mit dem aktuellen Betriebssystem Windows 10 ins selbe Horn. So mag es manchen unbedarften User überraschen, was das moderne Windows heutzutage den lieben langen Tag so vor sich hin sammelt.

Seit dem (vor-)letzten größeren Update hat sich die Situation immerhin leicht gebessert. So sind seit dem April-Update die meisten Funktionen zwar in den Standardeinstellungen voraktiviert, du kannst sie aber jederzeit problemlos in den Einstellungen wieder deaktivieren. Immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Transparenz.

 

Der sicherste Anfang: Windows neu installieren

5-tools-fuer-datensicherheit-300x159.jpgDer Schutz deiner persönlichen Daten fängt bereits bei der Installation von Windows 10 an. Hier kannst du die meisten Einstellungen noch schnell und einfach treffen, ohne dich lange durchs Menü zu klicken. Wie du eine Neuinstallation von Windows 10 innerhalb weniger Minuten erledigst, dass kannst du in unserem Artikel "In wenigen einfachen Schritten zur Neuinstallation" nachlesen.

Profi-Tipp: Übernehme bei der (Neu-)Installation von Windows 10 keinesfalls die Standardeinstellungen für Privatsphäre. Stellst du alle Schieberegler auf "aus" bzw. setzt alle Auswahlen auf "Nein", so hast du bereits einen Großteil der Tools zur Daten-Spionage erfolgreich deaktiviert.

 

Tipp 01: Edge in die Schranken weisen

Microsoft-Edge-Daten-SpionageDer Internet Explorer ist tot - Lang lebe Microsoft Edge, der offizielle Nachfolger. Selbiger setzt in seiner Standardeinstellung vor allem auf die Suchmaschine Bing sowie die Microsoft-eigene Nachrichtenplattform MSN. Beide Dienste tracken jedoch dein Internet-Verhalten äußerst detailliert. Dazu zählen zum Beispiel Standorte, Suchverläufe oder auch dein Browserverlauf. Dein Rechner überträgt alle Eingaben live an Microsoft, um dir dann passende Websites vorzuschlagen. Doch damit nicht genug: Der sogenannte SmartScreen-Fishing-Filter analysiert besuchte Websites sowie heruntergeladene Dateien und scannt selbige auf Schadsoftware. Auch hierfür werden wiederum Daten an Microsoft gesendet.

Über das Einstellungsmenü in Edge (3 waagrechte Punkte in der oberen rechten Ecke - Klick auf "Einstellungen") kannst du der Sammelwut Einhalt gebieten. Wähle dazu unter dem Punkt "Neue Tabs öffnen mit" den Eintrag "Leere Seite" sowie unter "Microsoft Edge öffnen mit" den Eintrag "Neue Tabseite". Hast du ansonsten Cortana aktiviert, so kannst du sie hier gesondert nur für Microsoft Edge deaktivieren. Wir empfehlen jedoch, Cortana komplett abzuschalten (siehe dazu weiter unten).

Microsoft-Edge-Daten-Spionage2Microsoft-Edge-Daten-Spionage3Unter den erweiterten Einstellungen verstecken sich noch jeweils die Optionen "Seitenvorhersage verwenden", "Suchverlauf anzeigen" sowie "Such- und Webseiten-vorschläge während der Eingabe anzeigen", die du ebenfalls deaktivieren solltest. Das Selbe gilt für alle anderen Menüpunkte auf dieser Seite.

 

Tipp 02: Cortana mundtot machen

Microsoft-Cortana-Daten-SpionageDie digitale Assistentin namens Cortana ist eigentlich eine überaus praktische Erfindung. Sie kann deine Fragen per Sprache oder Tastatur gleichermaßen verstehen und beantworten und dir nützliche Informationen verschaffen. Um korrekt zu funktionieren, werden allerdings jede Menge Daten benötigt. Dazu zählen zum Beispiel dein Browserverlauf, deine Spracheingaben, Standorte sowie deine Kalendereinträge. Wenn du Sie mit einem Sprachbefehl aktivieren willst, dann muss sie sogar permanent zuhören, was gesprochen wird.

Kleines Sicherheitsplus: Cortana ist nicht von Haus aus aktiviert. Sie wird dich erst bei der ersten Benutzung der Suchleiste nach einer gewünschten Aktivierung befragen. Weiterhin sind die gesammelten Daten jederzeit über die Notizbuchfunktion einsehbar.

Um Cortana zu deaktivieren, klickst du in die Suchliste am unteren Bildschirmrand und anschließend auf das Zahnradsymbol. Dort kannst du die freundliche Dame dann ganz einfach per Schieberegler für immer zum Schweigen bringen. Wichtig ist hier die Deaktivierung wirklich ALLER Schieberegler. Auch muss dieser Vorgang für alle verwendeten Geräte separat ausgeführt werden, auch wenn das Microsoft-Konto identisch ist.

 

Tipp 03: App-Vorschläge abschalten

Windows 10 kann dir als Nutzer Apps vorschlagen, die dich möglicherweise besonders interessieren. Wie das funktioniert? Das System sammelt jede Menge Informationen, welche Apps du auf deinem Rechner installiert hast, bzw. welche du aus dem Store heruntergeladen hast. Anhand dieser Daten versucht Microsoft dann zu bestimmen, welche Apps dir gefallen könnten. Diese und ähnliche Apps erscheinen dann als Tipps im Startmenü und auf dem Lockscreen.

Abschalten: Der Weg führt wieder einmal über die Windows-Einstellungen. Unter dem Punkt "Personalisierung" findest du entsprechende Schieberegler sowohl für das Startmenü als auch für den Sperrbildschirm.

 

Tipp 04: OneDrive abschalten

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Wenn du dich mit deinem Microsoft-Konto an deinem Windows-10-Rechner anmeldest, dann bekommst du automatisch mehrere Gigabyte Speicherplatz im Microsoft OneDrive. In diesem kostenlosen Cloud-Speicher von Windows 10 sind alle Daten vermeintlich sicher aufgehoben und stehen problemlos auf allen Geräten zur Verfügung. Das ist zwar bequem, doch unterliegt diese Cloud logischerweise Microsofts Nutzungsbestimmungen. Das bedeutet konkret, dass Microsoft sich unter anderem das Recht heraus nimmt, deine Foto-Dateien auf illegale Inhalte zu scannen.

Besser verschlüsselt: Wenn du also nicht willst, dass das Unternehmen deine Bilder betrachten kann, dann ist es sinnvoll, diese in einem verschlüsselten und passwortgeschützten Container hochzuladen. Wie du dir einen solchen Container ganz einfach anlegen kannst, erfährst du im Artikel "Sensible Daten sicher verschlüsseln". Alternativ kannst du natürlich auch auf einen Cloudservice mit Datenzentrum in Deutschland ausweichen, etwa der Cloud von GMX oder Web.de. In Deutschland verhindern die Datenschutzgesetze die Analyse von Online-Festplatten grundsätzlich.

 

Tipp 05: Sonstige Daten eliminieren

Windows 10 sammelt Standort-Daten, scannt Webinhalte, auf die Apps zugreifen, per SmartScreen-Filter, erlaubt Apps die Identifikation durch eine Werbe-ID und sendet Informationen über das Schreibverhalten an Microsoft. Wer nicht will, das Apps und Windows auf die genannten Daten zugreifen, kann deren Erfassung im Einstellungen-Dialog unter dem Punkt "Datenschutz" abschalten. Hier kann auch für jede App der Zugriff auf sämtliche weitere Hardware wie Kamera und Mikrofon geregelt werden.

 

Mit diesen 5 kleinen Tipps bist du so weit wie möglich sicher vor der Microsoft-Datenkrake. Natürlich kannst du es heutzutage nie zu 100% vermeiden, dass Unternehmen deine persönliche Daten einsammeln. Aber man kann die Sammelwut zumindest wirkungsvoll begrenzen.

Hast du noch andere Tipps auf Lager? Dann immer her damit! Lass die anderen Leser auch an deinem Wissen teilhaben! Wir freuen uns über deine weiteren Tipps & Tricks.

 

Titelbild: © alphaspirit - Fotolia.com
Bilder: © Jakub Krechowicz - Fotolia.com / © ESM-Computer GmbH / © Gstudio Group - Fotolia.com

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