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Windows-Passwort vergessen? 4 geniale Tricks

Windows-Passwort vergessen? 4 geniale Tricks

Windows-Passwort vergessen? 4 geniale Tricks

Du hast dich fachgerecht aus deinem Computer ausgesperrt, weil du das Windows-Passwort vergessen hast? Du hast alle unsere Tipps zur sicheren Passwortfindung beherzigt, so dass auch ein simples Ausprobieren nicht viel hilft? Wenn du dein System nicht mehr erreichst, kannst zwar noch „fremd booten“ und deine Daten retten, aber alle zeitlichen Investitionen in das System sind verloren und es hilft nur noch eine mühsame Neuinstallation. Das muss nicht sein. Wir zeigen dir 4 verblüffend einfache Tricks, wie du trotzdem an deine Daten kommst und dein Passwort resetten kannst.

Vorbemerkung: Ein Passwort allein schützt deine Daten nicht vor Zugriff

Die Anmeldung bei Windows mit Benutzernamen und Passwort dient weniger dem Schutz deiner Daten als der Verwaltung deiner Benutzerprofile. Windows erkennt dadurch, wer gerade am PC sitzt, und kann dem jeweiligen Nutzer dessen gewohnte Arbeitsumgebung bereitstellen. Um Daten vor fremden Blicken zu schützen, gibt es bei Windows spezielle Verschlüsselungsmechanismen wie den Bitlocker, oder aber spezialisierte Drittanbieter-Tools wie VeraCrypt.

Doch solange du deine Dateien nicht explizit verschlüsselt hast, sind diese weitestgehend frei zugänglich, auch ohne dass sich ein Benutzer bei Windows anmeldet. Dies kannst du dir zu Nutzen machen. Wenn du zum Beispiel Windows 10 parallel zu einer älteren Windows-Version installiert hast, dann melde dich einfach bei dieser älteren Version an und greifen von dort aus über den Windows-Explorer auf die Daten der Festplatte zu.

Du kannst auch die Festplatte mit Windows 10 komplett in einen anderen Rechner einbauen, dort das eigentliche Windows booten und die Daten der zweiten Platte aufrufen.

Das sind natürlich alles keine Dauerlösungen und ziemlich unbequem. Mit unseren genial einfachen Tricks kommst du wieder an dein Passwort bzw. kannst dieses löschen.

Trick 1: Passwort im Microsoft-Konto resetten

Kennwort_vergessenSeit Windows 8 ist es zwar prinzipiell noch möglich, deine Konteninformationen lokal zu speichern, Standard ist jedoch vielmehr die Anmeldung mit deinem persönlichen Microsoft-Konto, wobei das eingegebene Kennwort online über den Microsoft-Server verifiziert wird.

Die in Trick 2 bis Trick 5 erklärten Methoden zum Zurücksetzen des Kennworts greifen hier nicht. Sie gelten nur für lokale Kontenanmeldung. Wenn du nicht mehr an dein Windows kommst, weil du das Kennwort deines Microsoft-Kontos vergessen hast, kannst du das über jeden anderen Rechner online reparieren.

Die Adresse hierzu lautet https://account.live.com/resetpassword.aspx. Halte dabei auf jeden Fall die Mailadresse oder die Handynummer bereit, die bei der Einrichtung des Microsoft-Kontos hinterlegt wurde. Nach wenigen Klicks erhältst du an eben diese Mailadresse (oder per SMS aufs Handy) einen Sicherheitscode. Nach dessen Eingabe online kannst du dir ganz einfach ein neues Kennwort vergeben und das Problem ist erledigt.

Trick 2: Passwort im lokalen Konto resetten

Bei dieser Methode benötigst du eine beliebige Installations-DVD von Windows 7, 8 oder 10. Wie du dir diese ganz einfach selbst erstellen kannst, haben wir dir in diesem Beitrag bereits erklärt. Keine Sorge: Die Version des Datenträgers muss nicht mit dem zu knackenden Windows übereinstimmen. Aber es muss sich um ein vollwertiges Installationsmedium handeln – auf keinen Fall eine Recovery-CD/DVD.

Boote deinen Rechner über diesen Datenträger. Nach der Sprachauswahl erscheint eine Schaltfläche namens „Computerreparaturoptionen“. Je nach Version deiner Installations-DVD kommst du dann entweder sofort zur „Eingabeaufforderung“ oder über die Klicks auf „Problembehandlung”, “Erweiterte Optionen”, “Eingabeaufforderung“. Hier musst du nun den Laufwerksbuchstaben deiner Windows-Installation herausfinden. Dieser unterscheidet sich von dem Buchstaben im Windows-Betrieb.

Am Einfachsten startest du mit dem Befehl
c: dir und machst mit den Laufwerksbuchstaben d:, e:, f:, etc. weiter, solange bis du das bekannte Hauptverzeichnis von Windows siehst. Erkennbar beispielsweise an den Ordnern “Program Files” oder “Windows”. Dort angekommen, navigierst du mit dem Befehl cd windows\system32 in den entsprechenden Ordner “System32” und benennst dort die ausführbare Datei utilman.exe in utilman.ex_ um, um schlussendlich die Eingabeaufforderung auf eben diese Datei zu kopieren.

Die 2 Befehle dazu lauten: ren utilman.exe utilman.ex_ sowie copy cmd.exe utilman.exe

 

Danach kannst du das System herunterfahren, die DVD herausnehmen und deinen Rechner wieder normal starten. Das Programm “Utilman.exe” ist ein kleines Hilfsprogramm für Sehbehinderte („Erleichterte Bedienung“), das im Unterschied zu allen anderen Programmen schon am Anmeldebildschirm von Windows startklar ist. Jetzt klickst du am Anmeldebildschirm auf das Symbol „Erleichterte Bedienung“ oder verwendest die Tastenkombination Win-U. Die auf „utilman.exe“ umbenannte Eingabeaufforderung „CMD.EXE“ wird sich nun öffnen. Nun genügt ein einziger Befehl, um das vergessene Kennwort durch ein neues zu ersetzen, nämlich:

net user [konto] [kennwort] 

Trick 3: Offline NT Password & Registry Editor

Der kostenlose Offline NT Password & Registry Editor setzt das Kennwort deines Windows-Kontos mit wenigen Klicks zurück. Das Open-Source-Tool kann das Passwort löschen beziehungsweise komplett ersetzen. Es ist aber nicht möglich, es im Klartext anzuzeigen.

Der Offline NT Password & Registry Editor ist in ein Live-System auf Linus-Basis. Lade einfach die rund 17 MB große ISO-Datei herunter und brenne das Datenträgerabbild anschließend auf eine CD oder DVD. Alternativ dazu kannst du dir natürlich auch einen Multiboot-Stick wie in diesem Beitrag erstellen.

Wenn du dein System nun bootest, dann siehst du alle vorhandenen Festplatten-Partitionen mit ihren Namen. Wähle hier deine Windows-Systempartition und bestätige mit der Entertaste. Im nächsten Schritt übernimmst du ebenfalls mit der Entertaste das Standardverzeichnis für die Registry. Mit der Taste 1 rufst du nun den Passwortmodus auf. Ein erneutes Drücken von 1 zeigt eine Liste aller Benutzer an. Nun tippst du einfach den Benutzernamen ein, dessen Passwort du resetten möchtest. Aber Achtung: Vorausgesetzt wird eine amerikanische Tastaturbelegung, das bedeutet: die Tasten Y und Z sind vertauscht.

Nach abermaligem Druck auf Enter gelangst du zur letzten Auswahlmöglichkeit: Taste 1 löscht das Passwort komplett, Taste 2 ermöglicht das Bearbeiten des Passworts, Taste 3 ändert die Rechte des Benutzers. Mit ! und Q beendest du das Programm und mit der Taste Z kannst du alle Änderungen speichern.

Trick 4: Passwort mittels Registry-Editor ändern

Du kannst dein Passwort auch ganz einfach durch ein neues ersetzen – und das sogar mit den Bordmitteln von Windows.

Boote deinen Rechner von der Installations-DVD, die du dir oben erstellt hast und stellen im ersten Fenster die Installationssprache auf „Deutsch“. Klicke auf „Weiter“ und „Jetzt installieren“. Drücke dann die Tastenkombination „Shift + F10“. Es erscheint die Eingabeaufforderung, in welche du „regedit“ eintippst, um den Registry-Editor zu öffnen.

Ein neuer Schlüssel führt zum Erfolg

Markiere hier den Schlüssel „HKEY_LOCAL_MACHINE“, und öffne den Menübefehl „Datei –> Struktur laden“. Suche dann im folgenden Fenster die Systempartition C: und dort den Ordner \Windows \System32\config. In diesem Ordner siehst du eine Datei namens SOFTWARE. Doch aufgepasst: Der Registry-Editor zeigt keine Dateiendungen an. Die Datei, die du benötigst, heißt einfach nur SOFTWARE. Es gibt jedoch in Windows auch eine software.txt. Die richtige Datei erkennst du, indem du oben die Ansicht „Details“ einschaltest und dann auf den Typ „Datei“ achtest.

Markiere also die Datei SOFTWARE, und klicke danach auf „Öffnen“. Der Editor will nun einen Schlüsselnamen wissen. Hier kannst du eine beliebige Bezeichnung wie etwa „Passwort“ vergeben, und anschließend mit „OK“ bestätigen. Navigiere nun zum Registry-Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\Passwort\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Image File Execution Options. Klicke diesen Ordner mit der rechten Maustaste an und gehe auf „Neu –> Schlüssel“. Gib hier dann dem neuen Schlüssel den Namen „utilman.exe“.

Klicke ihn mit der rechten Maustaste an, wähle „Neu“ und „Zeichenfolge“. Trage dann als Namen „debugger“ ein, klicke die Zeichenfolge doppelt an, tippe als Wert „cmd.exe“ ein, und schließe das Fenster wieder mit „OK“. Zum Schluss gehst du wieder zurück zu HKEY_LOCAL_MACHINE\Passwort, markierst diesen Schlüssel und gehst dann auf „Datei –> Struktur entfernen“. Bestätige das Entfernen mit „Ja“, schließe den Editor und die Eingabeaufforderung, und lasse dein Windows neu booten. Erscheint die Aufforderung „Drücken Sie eine beliebige Taste, um von CD oder DVD zu starten“, tue einfach nichts und lasse Windows ganz normal von der Festplatte starten.

Analog zu Trick 2

Sobald die Abfrage des Kennworts erscheint, drückst du „Windowstaste + U“, wodurch sich wie oben unter Trick 2 die Eingabeaufforderung öffnet. Dort gibst du wie oben beschrieben den Befehl „net user [Benutzername] [Kennwort]“ ein, bestätigst mit Enter und schließt das Fenster. Daraufhin kannst du dich wieder in Windows einloggen.

Als letzten Schritt öffnest du wieder den Registry-Editor und löschst den vorhin erstellten  Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Image File Execution Options\Utilman.exe.

Vorsicht bei verschlüsselten Daten

Die beschriebenen Methoden zum Überschreiben des Windows-Passworts haben einen großen Haken: Wenn du auf deiner Festplatte Dateien oder Ordner mit der eingebauten Windows-Verschlüsselung geschützt hast, sind diese anschließend nicht mehr zugänglich. Denn das für die Verschlüsselung zuständige Encrypted File System (EFS) ist unwiderruflich an das Benutzerkennwort gebunden. Wird dieses Kennwort verändert, kommst du nicht mehr an die Daten heran.

Betroffen sind sämtliche Dateien und Ordner, die du durch einen Klick mit der rechten Maustaste über den Befehl „Eigenschaften -> Erweitert -> Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen“ codiert hast.

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