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7 Lösungen für die häufigsten WLAN-Probleme

7 Lösungen für die häufigsten WLAN-Probleme

7 Lösungen für die häufigsten WLAN-Probleme

Chips und Cola stehen bereit, das Telefon ist stumm gestellt, die Türklingel ebenfalls ... dem gemütlichen Zocker- oder Netflix-Abend steht nichts mehr im Wege. Doch weit gefehlt - Gestern lief noch alles einwandfrei und ausgerechnet heute ist tote Hose in der Leitung. Die Internetverbindung bzw. WLAN-Verbindung streikt entweder komplett oder ist so langsam, dass man meinen könnte, jedes Byte wird einzeln übertragen.

Kommt dir das bekannt vor? Ein solches oder zumindest ähnliches Szenario dürfte jeder von uns schon einmal erlebt haben. Aber erstmal kein Grund zur Panik, vielleicht gibt es ja eine einfache Lösung für das Problem. Wenn eine WLAN-Verbindung nicht zustande kommt, steckt der Teufel oft im Detail. Häufige Fehler sind zum Beispiel falsch gesetzte Einstellungen bezüglich der Verschlüsselung. Wir beschreiben die häufigsten Ursachen für Verbindungs- sowie Geschwindigkeitsprobleme im WLAN und geben Tipps zur Diagnose sowie Problemlösung der 7 gängigsten Ärgernisse im WLAN.

So gelingt der entspannte Abend mit etwas Glück vielleicht doch noch.

Problem 1: Authentifizierung

Sicherlich einer der häufigsten Fehler beim Verbinden mit dem WLAN ist ein gemeldetes Authentifizierungsproblem. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Mit etwas System in der Fehlersuche lässt sich das Problem aber meist relativ stressfrei beheben.

Passwort korrekt?

Auch wenn es simpel klingt - als erstes solltest du einmal checken, ob du das korrekte WLAN-Passwort eingegeben hast. Häufig werden nämlich die Buchstaben "O", "l" und "I" mit den Ziffern 0 und 1 verwechselt. Auch die Buchstaben G und B bergen Verwechslungsgefahr mit den Ziffern 6 bzw. 8. Hier solltest du im Zweifelsfall lieber doppelt und dreifach kontrollieren. Hast du mit einem zweiten Gerät noch Zugriff auf dein WLAN oder kannst du die Verbindung mit einem LAN-Kabel kurzzeitig überbrücken? Dann liest du am Besten das WLAN-Passwort direkt am Router aus. Bei der Fritzbox kannst du dies beispielsweise tun, indem du das Adminpanel unter http://fritz.box öffnest, dort "WLAN -> Sicherheit -> Verschlüsselung" auswählst und anschließend ganz einfach den WLAN-Netzwerkschlüssel in die Zwischenablage, kopierst.

Verschlüsselung und MAC-Filter ausgestellt?

Wichtig ist natürlich, dass sowohl der Client als auch der Router beide die selbe Art der Verschlüsselung benutzen (meist WPA-2). Die nötige Info findest du ebenfalls im Admin-Panel deines Routers. Am Beispiel der Fritzbox unter: "WLAN -> Sicherheit -> Verschlüsselung".

Eine weitere Ursache für das Problem kann sein, dass in deinem Router ein so genannter Mac-Adressen-Filter eingestellt ist. Die Mac-Adresse ist eine, für jeden Netzwerkadapter weltweit eindeutige Nummer . Wenn am Router aber nur bestimmte Mac-Adresse freigeschaltet wurden, kannst du dich logischerweise mit einer anderen MAC-Adresse auch nicht verbinden. Um den Filter zu prüfen und zu deaktivieren wählst du zum Beispiel auf deiner Fritzbox-Oberfläche wieder "Wlan -> Sicherheit" aus und aktivierst dort dann "Alle neuen WLAN-Geräte zulassen".

Reset wirkt oft Wunder

Manchmal kann es auch Wunder bewirken, deinen Router einfach einmal neu zu starten. Trenne hierzu das Gerät einmal komplett vom Stromnetz und warte einige Minuten, bevor du es wieder einsteckst. Der Bootvorgang kann im Anschluss dann ein paar Minuten dauern, danach haben sich aber oftmals viele Probleme in Luft aufgelöst.

Hilft das alles nichts, dann bleibt nur noch der Versuch, alle auf dem Client-Geräte Gespeicherten WLAN-Profile zu löschen, und sich dann erneut zu verbinden. Dazu öffnest du die Eingabeaufforderung von Windows (bei geöffnetem Start-Menü einfach "Eingabe" tippen) und gibst anschließend folgende Befehle in das Kommandozeilenfenster ein:

netsh wlan show profile
netsh wlan delete profile name="Profil-Name"

Statt "Profil-Name" gibst du natürlich entweder den Namen ein, der mit dem ersten Befehl ermittelt wurde, oder aber du gibst schlicht "*" (ohne Anführungszeichen) ein, um alle Profile zu löschen.

Problem 2: Verschlüsselung & Passwort

  • Du siehst den Namen deines WLANs zwar in der Liste deines Computers, eine Verbindung damit kannst du aber nicht herstellen? Den WLAN-Schlüssel hast du hundertprozentig korrekt eingegeben und dabei auch auf Groß- und Kleinschreibung geachtet? Möglicherweise erkennt das WLAN-Gerät schlichtweg die vom Router genutzte Verschlüsselungsmethode nicht fehlerfrei. Stelle hier sicher, dass beide Geräte (also Router und Empfänger) jeweils exakt die selben Verschlüsselungen verwenden. Also entweder WEP (unsicher), WPA (mittlere Sicherheit) oder WPA2 (hohe Sicherheit). Manchmal lässt sich auch zusätzlich noch der Verschlüsselungs-Algorithmus auswählen, zum Beispiel TKIP oder AES . Oder es wird zwischen WPA(2)-Personal und Enterprise unterschieden.
  • Enthält das WLAN-Passwort Sonderzeichen? Natürlich sollten Passwörter immer eine gewisse Mindestlänge sowie Komplexität aufweisen, um wirklich sicher zu sein. Siehe hierzu auch unseren Leitfaden "Kinderleicht zu maximaler Passwort-Sicherheit". Im WLAN sind bestimmte Sonderzeichen jedoch nicht unbedingt zielführend. Nicht alle Geräte im Netzwerk können damit umgehen und verweigern dann eine Verbindung. Es kommt vor, dass die Firmware eines Routers oder eines Geräts einige ASCII-Zeichen nicht unterstützt. Vermeiden sollte man alle Zeichen, die auch in Script- und Programmiersprachen eine bestimmte Funktion haben, zum Beispiel alle Formen von Klammern, das Dollar-, Prozent-, Ausrufe- und Nummernzeichen sowie Schrägstriche.

Problem 3: Empfang

Wände, Türen, Möbel, kurz: alles, was zwischen Router und Empfangsgerät steht, beeinträchtigt das Funksignal deines WLANs und kann für einen so genannten Funkschatten verantwortlich sein. Die typischen Stabantennen an WLAN-Routern arbeiten als Rundstrahler. Ein weniger gut ausgeleuchteter Bereich bleibt bei dieser Antennenform aber in der vertikalen Achse. Dies hat zur Folge, dass diese Antennen zum Beispiel ein ebenes Stockwerk gut versorgen, in die Höhe und Tiefe allerdings weniger stark abstrahlen.

Stellung korrigieren

Hier kann es sich durchaus lohnen, deinen WLAN-Router einfach einmal ein paar Zentimeter zu verschieben und die Antennen anders auszurichten. Selbst kleine Änderungen in der Position haben hier unter Umständen schon große Auswirkungen auf die Signalstärke und -qualität.

Antennen ausrichten

Die meisten Router besitzen externe Stabantennen, die sich in verschiedene Richtungen drehen lassen. Diese Modelle strahlen ihr Signal im rechten Winkel ab. Den idealen Empfang mit dem Client bekommst du immer dann, wenn die Antennen des Empfangsgerätes genauso ausgerichtet sind, wie die des Routers. Also im Normalfall senkrecht. Da die Signale allerdings durch Wände und andere Flächen abgelenkt werden, kann es zu deutlichen Abweichungen von dieser Regel kommen. Da hilft nur Ausprobieren, wie der Empfang am besten ist.

Die WLAN-Standards 802.11b und g verwenden immer nur eine Antenne. Trotzdem bringen entsprechende Router oft zwei mit und nutzen dann immer diejenige, die eine höhere Verbindungsstärke bietet. Du solltest beide Antennen daher in unterschiedliche Richtungen drehen. 802.11n kann sogar bis zu drei Antennen parallel verwenden. Auch hier ist es recht sinnfrei, alle 3 Antennen parallel auszurichten.

Die neueren Modelle der Fritzbox arbeiten mit internen Antennen, die das WLAN-Signal annähernd kugelförmig abstrahlen. Je nach Aufstellort geht dabei viel Sendeleistung verloren. Hier sollte der Router also keinesfalls in einer Zimmerecke platziert werden. Am besten steht er auf Augenhöhe in Raummitte.

Problem 4: Interferenzen

Das 2,4-GHz-Band moderner WLANs ist in der EU in dreizehn Kanäle unterteilt. Aufgrund der Kanalbreite von 20 MHz bei 802.11.g/n überlappen sich die benachbarten Kanäle jedoch, so dass es zu Interferenzen kommen kann. Die richtige Auswahl eines Kanals für das 2,4-GHz-Band bleibt somit einer der wichtigsten Schritte zur Optimierung.

Es nützt jedoch nichts, wenn du einfach nur den nächsten freien Kanal auswählst. Da die Funkkanäle eng nebeneinander liegen, ist es aufgrund oben angesprochener Interferenzen empfehlenswert, zu fremden WLANs in Reichweite mindestens fünf Kanäle Abstand zu halten. Funkt also beispielsweise ein WLAN auf Kanal 1, sollte dein Router Kanal 6 nutzen. Ist dieser bereits belegt, dann Kanal 11. In Europa sind auch die Kanäle 1, 7 und 13 möglich, wobei es allerdings Geräte für den internationalen Markt gibt, die über Kanal 11 nicht hinauskommen.

Wenn sich in dicht bebauten Gegenden zu viele WLANs auf dem Frequenzband drängeln, dann nutze für dein eigenes WLAN den selben Kanal wie das fremde WLAN mit dem stärksten Signal. Denn in diesem Fall greift die Koordinationsfunktion „Distributed Coordination Function“ (DCF) moderner Router. Damit ist die Signalqualität zwar nicht optimal, aber immer noch besser als bei überlappenden Kanälen.

Problem 5: WLAN wird nicht angezeigt

Erscheint bei deinem Empfangsgerät das gewünschte WLAN erst gar nicht in der Auswahlliste, dann versuche Folgendes:

WLAN eingeschaltet?

Das Funknetz muss natürlich eingeschaltet sein, damit es funktionieren kann. Viele gängige Router sind mit einer Funktion ausgestattet, die WLAN-Funktion zu deaktivieren, um beispielsweise den Energieverbrauch zu senken. Überprüfe dies generell erst einmal, bevor du weitere Schritte unternimmst. Bei der Fritzbox erreichst du die passenden Einstellungen unter „WLAN -> Funknetz.

WLAN versteckt?

Die SSID, also der Name deines WLANs ist versteckt. Nahezu jeder Router bietet eine entsprechende Option dazu an, damit lediglich Eingeweihte wissen, dass überhaupt ein Funknetz aktiv ist. Damit soll potentiellen Angreifern der Zugriff erschwert werden. In der Fritzbox heißt diese Einstellung „Name des WLAN-Funknetzes sichtbar“, sie befindet sich unter „WLAN -> Funknetz“.

Frequenz verstellt?

Das Netzwerkgerät unterstützt den Frequenzbereich des WLANs nicht. Funknetze arbeiten auf zwei Frequenzbändern, im 2,4- wie auch im 5-GHz-Band. Das 2,4-GHz-Band wird von praktisch allen Routern und Netzwerkgeräten unterstützt, und ist damit auch das am meisten verwendete. Insbesondere in Großstädten und Mehrfamilienhäusern konkurrieren oft mehrere Netzwerke um die zugehörigen Kanäle. Im 5-GHz-Band ist dagegen meist noch viel Platz, allerdings wird es von zahlreichen Geräten nicht unterstützt. Falls du dich also entscheiden musst, solltest du immer das 2,4-GHz-Band auswählen, weil diese Technik weiter verbreitet ist.

Kanal verstellt?

Der eingestellte Kanal wird nicht unterstützt. Im 2,4-GHz-Band sind 14 Kanäle definiert, auf denen dein WLAN arbeiten kann - zumindest theoretisch. In der Praxis wird Kanal 14 allerdings nur in Japan verwendet, die allermeisten Router, wie zum Beispiel die Fritzbox, bieten ihn gar nicht an. Die Kanäle 12 und 13 dürfen lediglich in Europa sowie Japan verwendet werden, aber beispielsweise nicht in den USA. WLAN-Hardware von US-amerikanischen Herstellern unterstützt diese Kanäle häufig nicht, das betrifft etwa die USB-Adapter von Netgear. Für den Fall, dass dein Router also auf Kanal 12, 13 oder 14 eingestellt wurde, ist dein WLAN für diese Geräte weder erreichbar noch sichtbar. Abhilfe schaffst du ganz einfach, in dem du einen Kanal zwischen 1 und 11 einstellst.

Problem 6: WLAN zu langsam

Das dürfte der häufigste Anlass zu Klagen über ein WLAN sein: Das Netzwerk ist zwar stabil, die Daten scheinen jedoch nur Bit für Bit übertragen zu werden. In den allermeisten Fällen liegt das an einigen Beschränkungen der Technik. Manchmal besteht jedoch die Möglichkeit, den Durchsatz durch Konfigurationsänderungen auch zu erhöhen. Was tun ist die Frage?

  • Die maximal erreichbare Geschwindigkeit eines Funknetzes hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel vom verwendeten Standard (802.11b, g, n oder ac), der Sendeleistung des Access Points, der Anzahl sowie der Empfangseigenschaften der Clients, Ausrichtung, Abstand und Art der Antennen (siehe dazu den Kasten), baulichen Gegebenheiten der Umgebung und nicht zuletzt von der Entfernung zwischen Routerund angeschlossenem Gerät. Je weiter entfernt ein Client vom Access Point aufgestellt ist, desto geringer ist der Datendurchsatz. Dann sinkt die Datenrate schon nach wenigen Metern drastisch ab, nach zehn bis 15 Metern ist meistens bereits kein vernünftiges Arbeiten mehr möglich.
  • Das Netz wird außerdem umso langsamer, je mehr WLAN-Geräte aktiv sind. Verbindest du also die in der Nähe des Routers stehenden Geräte per Ethernet-Kabel mit deinem Netzwerk, so kannst du unter Umständen für eine gewaltige Entlastung deines WLANS sorgen.
  • Den besten Empfang hast du jedoch immer noch, wenn zwischen Router und Client eine direkte Sichtverbindung herrsch, also - platt ausgedrückt - nichts im Weg steht. Jede Wand, jede Tür, aber auch Möbelstücke bremsen die Übertragungen oft ganz erheblich aus.

Problem 7: Treiber veraltet

Wenn der Computer trotz einer gelungenen WLAN-Anmeldung keine IP-Adresse bekommt, obwohl das WLAN mit anderen Geräten einwandfrei funktioniert, dann ist eine Kontrolle der Hardware und der Treiber angebracht.

  • Um herauszufinden, ob der Netzwerkadapter eine IP-Adresse erhalten hat, öffne ein Fenster der Eingabeaufforderung (siehe oben) und gebe dort den Befehl ipconfig ein. Die Ausgabe zeigt anschließend den Status und die Verbindungsinformationen aller Netzwerkschnittstellen an.
  • Ob der Netzwerkadapter richtig funktioniert, erfährst du im Geräte-Manager. Drücke dazu die Windows-Taste und gleichzeitig die Taste R. Gib dann devmgmt.msc ein und bestätige mit Klick auf „OK“. Kontrolliere, ob die Hardware unter „Netzwerkadapter“ auftaucht. Tut sie das nicht oder ist der Eintrag mit einem Ausrufezeichen versehen, liegt ein Treiberproblem vor.
  • Letzteres lässt sich zumeist durch die erneute Installation der passenden Treiber-Software von der Hersteller-Webseite beheben.

Wir drücken die Daumen

Das waren unsere 7 Tipps für die gängigsten WLAN-Probleme im Alltag. Wir hoffen, wir konnten euren Zocker- oder Serienabend noch erfolgreich retten und freuen uns wie immer über zahlreiches Feedback 🙂

 

Titelbild: © Proxima Studio - Fotolia.com

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Comments

  1. Man sollte immer zwischen zwei Problemfällen unterscheiden: “Ging vorher, aber jetzt plötzlich nicht mehr” und “Ist ein durchgehendes Problem”.

    Beim ersten sollte man den Router neustarten und wenn das nicht hilft einmal mit einem PC, der per Kabel angebunden ist, gucken, ob nicht das Internet selbst gerade langsam ist. Vielleicht ist auch ein neues WLAN-Gerät hinzugekommen, das den Ärger verursachen könnte.

    Bei den allgemeinen Problemen ist es eben schwieriger. Falls aber der Empfang einfach schlecht ist, wäre ein WLAN-Repeater auch eine mögliche Lösung (und da lieber auch etwas mehr Geld ausgeben).

    Bei dem Thema fallen mir aber so ein paar Anrufe ein, die ich wegen “Das Internet ist nicht so schnell wie der Anbieter es mir versprochen hat” ein, wo man mit einem LAN-Kabel schnell beweisen konnte, dass teilweise der Anbieter sogar etwas mehr Leistung lieferte als versprochen war und allein ein veraltetest oder schlecht konfiguriertes WLAN an der geringen Geschwindigkeit schuld war.

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