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Smartphone unter Wasser? 5 Erste-Hilfe-Tipps

Smartphone unter Wasser? 5 Erste-Hilfe-Tipps

Smartphone unter Wasser? 5 Erste-Hilfe-Tipps

Dein nagelneues Apple iPhone ist soeben ins Wasser gefallen? Du warst mal wieder viel zu sehr in Eile und hast in der Hektik den letzten Schluck Kaffee oder Bier aus Versehen über dein neues Smartphone gekippt?

Dann gilt erst einmal die Devise: Keine Panik! Vielleicht ist ja doch noch etwas zu retten.

Wir zeigen dir heute 5 schnelle Erste-Hilfe-Tipps, mit denen du - mit etwas Glück - das Schlimmste verhindern kannst.

Auch interessant: So entfernst du Kratzer vom Smartphone-Display.

 

Smartphone auf Tauchstation? Erste-Hilfe-Maßnahmen

Ein Wasserschaden beim Smartphone ist nicht nur ziemlich ärgerlich und teuer, sondern liegt in den meisten Fällen auch außerhalb jeglicher Herstellergarantie oder Gewährleistung. Selbst wenn das Gerät nach dem unfreiwilligen Bad teilweise noch funktioniert, müssen die Reparatur-Kosten anschließend nahezu ausnahmslos selbst getragen werden.

Ist das teure iPhone, Google, Samsung oder Huawei (und wie sie sonst noch alle heißen mögen) erst einmal ins Wasser gefallen, so ist eine möglichst schnelle Reaktion zunächst mal das Wichtigste. Im besten Fall erinnerst du dich dann an diesen kleinen Artikel und weißt direkt im Vorfeld schon, was zu tun ist.

Die potentielle Schadenshöhe misst sich unter anderem daran, wie lange und in welchem Umfang das Gerät mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen ist. Hier gilt: je mehr oder je länger, desto geringer die Überlebenschancen des Geräts. Mit etwas Glück ist der Schaden aber nicht ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass du dein Gerät mit Hilfe der folgenden 5 Tipps vor einem dauerhaften Wasserschaden bewahren, oder dessen Lebenszeit zumindest noch so lange verlängern kannst, um die wichtigsten Daten speichern zu können.

Einen Versuch ist es allemal wert.

 

Tipp 1: Von Stromquellen entfernen, ausschalten, zerlegen

Ist das Smartphone noch am Ladekabel mit einer Steckdose verbunden, dann ist besondere Vorsicht geboten! Hier droht das Risiko eines Stromschlages! In so einem Fall ist immer zuerst der Stromfluss mittels Sicherung zu unterbrechen. Dazu suchst du den Sicherungskasten in der Wohnung auf und legst die Steckdose oder gleich das ganze entsprechende Zimmer lahm. Anschließend kannst du das Smartphone gefahrlos berühren und komplett ausschalten.

Dies gilt aber nur, solange du an dem Gerät keine physikalischen Veränderungen feststellen kannst. Bemerkst du ein Ausbeulen oder gar Rauch am Gerät, so hat der Akku mit ziemlicher Sicherheit bereits einen Kurzschluss abbekommen. Eine Berührung des Smartphones kann dann lebensgefährlich sein. Also unbedingt aufpassen! Um das Smartphone gänzlich von allen Stromquellen zu trennen, muss auch (wenn möglich) der Akku entfernt werden um die bereits genannten galvanischen Reaktionen oder Kurzschlüsse zu vermeiden.

 

Tipp 2: Oberflächliche Reinigung

Hier empfehlen wir zunächst einmal eine grobe oberflächliche Reinigung mittels Küchenpapier oder Zellstoff-Taschentüchern. Sind dann alle von außen sichtbaren Feuchtigkeitsspuren beseitigt, kannst du das Gerät sanft in der Hand hin und her schütteln. So kann das Wasser auch aus entlegenen Ecken und Winkeln entweichen. Leichte kreisende Bewegungen fördern das Ganze noch zusätzlich.

 

Tipp 3: Plastik-Tüte und Reis

Nun solltest du eine Plastiktüte zur Hand nehmen. Im besten Falle einen Gefrierbeutel, den du mittels Zipper luftdicht verschließen kannst. Diese Tüte befüllst du mit handelsüblichem Reis, der ebenfalls am besten noch luftdicht eingeschweißt war.

Das iPhone wandert dann zusammen mit dem Reis in den Plastikbeutel, welchen du sorgsam verschließt. Achte hier besonders darauf, dass das Gerät vollends von Reis umgeben ist. Nun lässt du das Ganze Päckchen an einem zimmerwarmen Ort für mehrere Tage liegen.

Der Sinn der Sache: Die Feuchtigkeit aus dem Gerät verdunstet, der Reis zieht die Feuchtigkeit an und bindet sie. Mit etwas Glück bekommst du dein iPhone auf diese Art wieder völlig trocken.

 

Tipp 4: Reinigung

Nach erfolgreicher Trocknung kannst du gleich noch ausnutzen, dass das Gerät in seine Einzelteile zerlegt ist. Wenn sowieso schon alle Teile getrennt vor dir liegen, dann bietet sich auch gleich eine gewissenhafte Säuberung an.

Aber Vorsicht: Je nach Modell sind hierfür unter Umständen Experten gefragt. So kann sich die Reinigung und auch schon das pure Auseinanderbauen bei einem Apple iPhone als ziemlich schwierig erweisen. Hier ist oftmals eine ESD-gerechte Ausrüstung und Arbeitsmethodik nötig. Laien könnten bei unsachgemäßer Anwendung einen noch größeren Schaden anrichten.

Ist die Reinigung erledigt, kannst du das Gerät wieder zusammen setzen und anschließend starten. Danach heißt es hoffen.

Glückt der Start, solltest du die einzelnen Funktionen der Reihe nach überprüfen. Bei einem Apple iPhone kann es nach einem Wasserkontakt zum Beispiel schon einmal dazu kommen, dass die Antenne ihre Arbeit einstellt und keine Anrufe mehr getätigt werden können. Zudem wird auch keine Verbindung mehr zum mobilen Internet aufgebaut. Ähnliches konnte auch schon bei Samsung-Geräten beobachtet werden. Ein Austausch der defekten Komponente ist dabei eine kostspielige Angelegenheit. Bei älteren Smartphones solltest du daher abwägen, bis zu welcher Summe eine Reparatur wirtschaftlich noch sinnvoll ist.

 

Tipp 5: Der Erste-Hilfe Kasten fürs Handy

Passiert dir ein derartiger "Wasserunfall" häufiger, dann lohnt sich unter Umständen auch die Anschaffung eines speziellen Trocknungskits. Solcherlei praktische Helferlein gibt es schon für rund € 10,00 im Internet. Vorreiter ist hier die vor allem auf Apple-Reparaturen spezialisierte Firma iFixit.

 

Vorsicht bei der Trockenlegung

Wichtig: Egal, was du zur Trocknung deines Gerätes auch unternimmst: Unterlasse tunlichst den Einsatz von Föhn, Mikrowelle und Backofen. Es macht bei Elektronik wenig Sinn, die Verdunstung des Wassers durch Wärme steigern zu wollen. Um hier einen nennenswerten Effekt zu erzielen, müsstest du schon Temperaturen erreichen, die in jedem Fall der empfindlichen Elektronik schaden würden.

 

Fazit

Ist dein Smartphone nass geworden, so solltest du es schleunigst ausschalten und in seine Einzelteile zerlegen, sofern das überhaupt möglich ist. Befindet sich das Gerät während des Flüssigkeitskontakts noch an einer Stromquelle, gilt es, besondere Vorsicht walten zu lassen. Zunächst solltest du dann den Stromfluss durch das Ziehen der Sicherung unterbrechen.

Nach der Zerlegung beginnt die Trockung mittels Küchentuch oder Papiertaschentuch. Danach wandert das Gerät in einen bestenfalls luftdicht verschließbaren Zipp-Beutel, der zuvor mit Reis gefüllt wurde. Der Reis sollte ebenfalls aus einer luftdichten Verpackung stammen, da dieser sonst schon einen recht hohen Sättigungsgrad erreicht haben könnte. Nach einigen Tagen der Trocknung kann das Gerät aus dem Beutel entnommen und auf die Funktionsfähigkeit überprüft werden.

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen sind jedoch keineswegs ein Garant dafür, dass das Gerät ohne Schaden bleibt. Experten raten ohnehin dazu, Profis aufzusuchen, die das Smartphone fachmännisch behandeln. Sind diese jedoch nicht sofort zur Stelle, eignet sich die Methodik mit dem Reisbad als die zunächst günstigste und schnellste Alternative.

Der Einsatz eines Föhns sollte jedoch strengstens vermieden werden. Wir drücken euch die Daumen und wünsche viel Erfolg mit der Behandlung

 

Titelbild: © Pixabay

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