ESM-Computer Magazin
Nachhaltigkeit

All-in-One PC im Eigenbau

All-in-One PC im Eigenbau

All-in-One PC im Eigenbau - Refurbishing einmal anders

Wir bauen unseren eigenen All-in-One Computer ... und verlosen ihn am Ende der Serie unter allen Lesern!

Teil 1: Die Ausgangslage
Teil 2: Die Zerlegung

Wer uns kennt, der weiß, dass wir nicht gerne Sachen wegschmeißen. Unser Herz schlägt für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die professionelle Wiederaufarbeitung von gebrauchten IT-Geräten. Bei aller Liebe zum professionellen Refurbishing lässt es sich leider nicht immer ganz vermeiden, dass Geräte in einem Zustand bei uns landen, der jegliche Reparatur wirtschaftlich sinnlos erscheinen lässt.

Teil 1: Die Ausgangslage

So vor kurzem bei einem Dell Latitude E 7440, welches uns als Kundenrücksendung in folgendem bemitleidenswerten Zustand erreicht hat.

Das einstmals so schöne Full-HD Display ist sichtlich gezeichnet durch nicht allzu zärtliche Behandlung des vormaligen Benutzers:

Außerdem hatte das Gerät die seltene Angewohnheit bei Netzbetrieb und gleichzeitig eingelegtem Akku, sämtliche Maus- und Tastatureingaben vollständig zu blockieren.

Die laut Techniker einleuchtendste Erklärung für dieses Verhalten sind kleine Kriechströme auf der Hauptplatine. Es wäre denkbar, dass diese bei gleichzeitigem Anliegen der Netz- und Akkuspannung zwischen 2 Leiterbahnen auf der Hauptplatine "überspringen" und so einen fehlerfreien Betrieb verhindern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Display hinüber, geschätzte Kosten rund € 199,00. Außerdem Akkubetrieb nicht möglich, Mainboard müsste getauscht werden, geschätzte Kosten hier: € 90,00. Insgesamt allein an Material rund € 300,00 und damit identisch mit dem ehemaligen Verkaufspreis. Totalschaden.

Aber was macht man mit so einem Notebook, bei dem sich eine Reparatur eigentlich nicht mehr lohnt? Wegschmeißen? Nicht nachhaltig. Reparieren? Nicht wirtschaftlich. Warum nicht aus den noch verwertbaren Komponenten etwas Neues bauen? Zum Beispiel einen garantiert einzigartigen All-in-One Computer? Geniale Idee fand unser Team und machte sich sofort ans Werk!

Ein neuer Bildschirm muss her

Da das Display des Notebook nicht mehr verwendbar ist, musste eine andere Alternative her. Schnell war im Restbestand unseres Lagers ein passender Monitor gefunden. Die Wahl fiel auf den HP P221 mit 21,5 Zoll Bildschirmdiagonale sowie den passenden Anschlüssen für unser Vorhaben.

Die Zerlegung des Notebooks

Um aus dem Notebook einen Haufen wiederverwendbarer Ersatzteile zu machen, ist erstmal jede Menge Schrauberei angesagt. Getreu Murphy's Law haben wir uns natürlich eines der kompliziertesten Notebooks ausgesucht, um das Mainboard freizulegen 😉

Zerlegung_001Schritt 1: Baseplate und Akku entfernen

Um das Mainboard erreichbar zu machen, muss beim Latitude E7440 nämlich sowohl die untere Abdeckung, als auch die Tastatureinheit inklusive der oberen Abdeckung und des Palmrests demontiert werden. Ist dies endlich geschafft, liegt das Mainboard frei.

Zerlegung_002Schritt 2: Obere Abdeckung und Tastatur demontieren

Und kann durch die Entfernung des Kühlers sowie der Heatpipes endlich komplett ausgebaut werden. Am Ende steht dann ein ganzer Haufen Notebook-Ersatzteile, die wir gezielt wiederverwenden wollen. Von links nach rechts und von oben nach unten: Platinen für die Buttons der Lautstärkesteuerung sowie der Außenanschlüsse, Antennen für WLAN und Co, Heatpipe, Mainboard, M2-Adapter, Lautsprecher, Arbeitsspeicher und so weiter und so weiter.

Zerlegung_003Das Ergebnis

 

Fortsetzung folgt 😉

 

Titelbild: © Pixabay
Bilder: © ESM-Computer GmbH

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