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BIOS für Anfänger – 10 Grundlagentipps

BIOS für Anfänger – 10 Grundlagentipps

BIOS für Anfänger - 10 Grundlagentipps

Mein BIOS - Das unbekannte Wesen.

So oder so ähnlich könnte die Beschreibung des Verhältnisses vieler Menschen zum BIOS ihres Rechners lauten. Aus Angst, etwas unwiderruflich falsch zu machen, schrecken immer noch sehr viele Menschen vor den Einstellungen im BIOS zurück und trauen sich nicht, sich mit der Materie einmal etwas näher zu befassen. Dabei ist diese Angst in den meisten Fällen völlig unbegründet.

Wir wollen dir heute die ersten Grundbegriffe rund um das BIOS erläutern und dir die ersten wichtigen Einstellungen "zum Selbermachen" zeigen. Der Artikel wird regelmäßig erweitert, es lohnt sich also, öfters einmal vorbeizuschauen.

01. BIOS-Setup öffnen

BIOS-Setup

Computer, die mit Windows 7 ausgestattet sind, verfügen normalerweise noch über ein sogenanntes Legacy-BIOS. Dieses hat den Vorteil, dass du genügend Zeit hast, während dem eigentlichen Bootvorgang die BIOS-Setup-Taste zu betätigen. Bei den meisten Rechnern ist dies entweder "Entf", "F1", "F2" oder "F10". Hier hilft im Zweifelsfall nur ausprobieren, oder ein Blick ins Handbuch, wenn auf dem Startbildschirm kein entsprechender Hinweis erscheint.

Tipp: Da das Zeitfenster für die Tastatureingabe meistens extrem kurz geraten ist, empfielt es sich, die Taste mehrfach kurz hintereinander zu drücken, solange bis der Computer eine Reaktion zeigt. Meist erscheint ein eindeutiger Hinweis ala "Entering BIOS-Setup" oder Ähnlichem.

 

02. UEFI-Setup öffnen

UEFI-erweiterter-Start

Vor allem Rechner mit Windows 8 und 10 besitzen ein sog. UEFI-BIOS. Prinzipiell funktioniert der Start des Setups hier ganz genauso, allerdings ist das Zeitfenster für den erforderlichen Tastendruck extrem kurz, so dass meistens nur ein Sekundenbruchteil für die Eingabe bleibt. Außerdem zeigen diese Rechner zumeist nicht einmal mehr die notwendige Taste auf dem Startbildschirm an.

Elegante Lösung: Im Windows-Anmeldebildschirm (also da, wo das Passwort oder der PIN eingegeben werden muss) auf das Ausschaltsymbol klicken und anschließend bei gedrückter Shift-Taste auf "Neu starten". Es erscheint das sogenannte "erweiterte Startmenü". Hier führt ein Klick auf "Problembehandlung", "Erweiterte Optionen" sowie "UEFI-Firmwareeinstellungen" zu einem Neustart des Rechners mit anschließendem geöffneten BIOS-Setup.

03. Erweiterten Start erzwingen

UEFI-Setup

Worst Case: Dein PC fährt überhaupt nicht mehr richtig hoch. Im Idealfall sollte Windows hier nach 2-3 erfolglosen Versuchen automatisch die erweiterten Startoptionen einblenden. Ist dies einmal nicht der Fall, kannst du den sog. erweiterten Systemstart auch manuell erzwingen. Gehe dazu folgendermaßen vor:

Starte deinen PC neu. Sobald die kreisenden Punkte von Windows erscheinen, drückst du den Powerknopf und hältst ihn so lange gedrückt, bis der Rechner wieder ausgeht. Nach 2-3 Wiederholungen dieses unsanften Abwürgens, erscheint anstatt der kreisenden Punkte lediglich die Meldung "Automatische Reparatur wird vorbereitet". Nach einer kurzen Weile erscheint ein entsprechendes Fenster, wo dich ein Klick auf den Button "Erweiterte Optionen" direkt zu Punkt 02 führt.

04. Das One-Time-Bootmenü

one-time-boot-menu

Im BIOS-Menü kannst du unter anderem die Bootreihenfolge festlegen, also die Reihenfolge, in der alle deine Laufwerke nach einem startfähigen Betriebssystem durchsucht werden. Sobald ein solches auf einem der Laufwerke gefunden wird, bricht dein Rechner die Suche in der Regel ab und startet von eben diesem Laufwerk.

Willst du nun von einem anderen Laufwerk starten, zum Beispiel zum Zweck einer Neu-Installation von DVD oder USB-Stick, so ist eine Änderung der Bootreihenfolge nötig. Für ein einziges Mal wäre der Weg über das BIOS-Menü aber deutlich zu umständlich.

Schneller gehts per One-Time-Bootmenü. wie beim BIOS-Menü gibt es hierfür eine bestimmte Taste, die während des Startvorgangs gedrückt werden muss. In den meisten Fällen ist dies die taste "F8", je nach Hersteller variiert dies. Hier hilft analog zu Punkt 1 ein Blick ins Handbuch.

05. Das UEFI-One-Time-Bootmenü

uefi-one-time-bootmenu

Du ahnst es sicher schon: prinzipiell wieder die selbe Vorgehensweise wie bei einem Nicht-UEFI-BIOS, nur in schnell 😉 Auch hier ist das Zeitfenster für den Tastendruck wieder extrem knapp bemessen, so dass das korrekte Timing mitunter sehr schwer wird.

Zum Aufrufen des Menüs gehst du analog zu Punkt 02 vor, nur klickst du statt auf "Problembehandlung" auf den Punkt "Ein Gerät verwenden". Schon gelangst du ebenfalls zur Datenträgerauswahl.

06. Rechner schneller starten

BIOS-schneller-starten

Vor allem SSD-Nutzern raten wir dringend von der Windows-eigenen Schnellstartfunktion ab (warum genau, siehe "7 Tipps für eine längere Lebensdauer deiner SSD").

Im Gegensatz dazu bietet dein BIOS in der Regel eine Schnellstartfunktion an, die deiner SSD-Festplatte keinen Schaden zufügt. Erreicht wird dies durch die zeitverzögerte Initialisierung einzelner Komponenten, wie z.B. der USB-Geräte.

Halte in deinem BIOS-Menü Ausschau nach den Begriffen "Fast-Boot" oder "Quick-Boot". Meist findest du diese unter der Rubrik "Boot" oder "Features".

07. Passwort resetten

Im BIOS kannst du ein universelles Passwort vergeben. Erst nach Eingabe des korrekten Passwortes beginnt dein Rechner dann mit dem Hochfahren. An sich eine feine Sache - solange man das Passwort nicht vergisst, oder aber einen fremden PC erworben hat und beim ersten starten eine unangenehme Überraschung erlebt. 2 kleine Tricks können hier eventuell helfen:

  1. Nach dreimaliger falscher Eingabe meldet dein Recher eine Systemsperrung sowie einen Zahlencode. Gibst du diesen auf der Seite bios-pw.org ein und klicke anschließend auf "Get Password". Mit etwas Glück erscheinen daraufhin mehrere Passwörter, die quasi als Dietrich fungieren. Probiere diese einfach der Reihe nach aus. Gelingt dies erfolgreich, dann kannst du das BIOS-Menü aufrufen und durch Eingabe eines leeren Passwortes, das alte löschen.
  2. Bringt das keinen Erfolg, dann hilft als letzter Joker ein Blick auf dein Mainboard. Suche hier nach einem kleinen Jumper-Steckplatz mit 2 Pins und einer Beschriftung namens "CLR-CMOS". Findest du diese, dann stecke einen Jumper auf die 2 Pins oder überbrücke sie anderweitig und starte den Rechner erneut. Das Passwort wird daraufhin gelöscht und dein komplettes BIOS auf die Werkseinstellungen zurück gesetzt. Anschließend schaltest du den Rechner wieder aus, entfernst den Jumper wieder und kannst ganz normal weiter arbeiten.

08. BIOS updaten und erneuern

Ein veraltetes BIOS kann zu massiven Problemen im gesamten System führen. So können scheinbar unbegründete Fehlermeldungen bei der Installation neuer Hard- oder Softwarekomponenten wie aus dem Nichts aufploppen, ohne dass du dir einen Reim darauf machen kannst. Hier hilft oftmals ganz einfach ein Update des BIOS.

Aber Vorsicht: Wird das Update unvermittelt abgebrochen (beispielsweise bei einem Stromausfall), so kannst du damit dein gesamtes Mainboard irreparabel beschädigen. Achte daher in jedem Fall auf eine sichere Stromversorgung (vor allem bei Laptops) und einen störungsfreien Betrieb.

Eine detaillierte Anleitung zum Updatevorgang an sich findest du in unserem Artikel "BIOS-Update schnell und einfach in 4 Schritten". Am entspanntesten funktioniert so ein Update immer mit dem hauseigenen Programm des Mainboard-Herstellers, welches du im Zweifel von dessen Internetseite kostenlos herunterladen kannst.

09. Bootreihenfolge ändern

BIOS-Bootorder

Wie oben schon angesprochen, ist eine der wichtigsten Einstellungen in deinem BIOS die Bootreihenfolge. Hier wird festgelegt, in welcher Abfolge dein Computer die Laufwerke nach einem startfähigen Betriebssystem durchsuchen soll. Wurde ein solches auf einem der Laufwerke gefunden, wird die Suche beendet und stattdessen das Betriebssystem aufgerufen.

Dies ist insofern wichtig, dass das gewünschte Start-Laufwerk vor allen anderen Laufwerken in der Liste platziert werden sollte, um lange Suchzeiten zu vermeiden. Den nötigen Menüpunkt findest du unter der Rubrik "Boot" oder "Boot Priority". Wie immer ist die Bezeichnung von Hersteller zu Hersteller leicht unterschiedlich.

Dann verschiebst du das gewünschte Laufwerk ganz einfach mit den Pfeiltasten oder der Plus(+)- bzw. Minus(-)-Taste auf deiner Tastatur. Einfacher geht es, wenn du wie auf dem Bild oben jeweils einen Menüpunkt für erstes, zweites, drittes, usw. Laufwerk hast. Dann kannst du die Liste einfach öffnen und das gewünschte Laufwerk auswählen.

10. Speichern / Verwerfen / Resetten

BIOS-Defaults

Um deine getroffenen Einstellungen dauerhaft zu speichern, klickst du (bei grafischen BIOS-Menüs) auf den Button "Apply" oder "Anwenden", bei älteren Versionen genügt dagegen ein Druck auf die Taste F10.

Um das BIOS-Menü zu verlassen, ohne die getätigten Änderungen zu übernehmen, drücke (eventuell mehrmals) die ESC-Taste oder klicke auf "Exit".

Keine Panik: Wenn einmal etwas komplett schief gelaufen ist, kannst du jedes BIOS wieder auf den Auslieferzustand zurücksetzen. Suche hierzu die entsprechende Option namens "Load Setup Defaults" oder "Reset to Default Settings".

Tipp: Während neuere Menüs Nutzer-Bestätigungen meist über einfache Ja/Nein-Hinweise abfragen, die sich mit Hilfe der Pfeiltasten und der Eingabetaste beantworten lassen, erwarten ältere BIOS-Varianten oft noch das Drücken des Buchstabens Y für Yes beziehungsweise N für No. Da im PC-Setup in der Regel das englische Tastatur-Layout verwendet wird, sind die Tasten Y und Z jedoch vertauscht und man kommt mit der Y-Taste deutscher Tastaturen nicht weiter. Lösung: Drücke Z, um eine Rückfrage mit Yes zu beantworten.

 

Wir hoffen, mit unseren 10 Tipps konnten wir dir einen kleinen Crash-Kurs zum Thema BIOS/UEFI liefern und etwas die Scheu vor dem Thema nehmen.

Wenn du noch Fragen oder Anmerkungen hast, dann freuen wir uns wie immer über einen Kommentar oder ein Email 😉

 

Titelbild: © Gudellaphoto - Fotolia.com
Bilder: © ESM-Computer GmbH

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