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Arbeitsspeicher – Wieviel RAM brauchst du?

Arbeitsspeicher – Wieviel RAM brauchst du?

Arbeitsspeicher – Wieviel RAM brauchst du wirklich?

Mit dem Arbeitsspeicher in mordernen Computersystemen verhält es sich ganz ähnlich wie mit Hubraum und PS beim Auto. Zuviel kann man eigentlich nie haben und mehr ist immer besser. So oder so ähnlich dürfte die Ansicht der meisten Computernutzer lauten, wenn sie zu diesem Thema befragt werden.

Irre viele Möglichkeiten – doch welche ist die Richtige?

Generall falsch ist die Sichtweise natürlich nicht – soviel sei schonmal vorweg genommen. Allerdings werden solch pauschalisierte Aussagen einem komplexen Thema nur selten gänzlich gerecht. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass die Preise aktuell im Jahr 2019 so niedrig sind, wie nie zuvor. Die verschiedenen Möglichkeiten waren dagegen selten so vielfältig wie heute. Von 2GB, über 4GB, 8GB, 16GB, 32GB bis hin zu 64GB oder sogar noch mehr – die Auswahl ist heutzutage nahezu unüberschaubar. Kommen dann noch Fachbegriffe wie Singlechannel und Dualchannel, oder gar die unterschiedlichen Technologien DDR3 und DDR4 ins Spiel, so wird der Laie schnell überfordert.

Wieviel Arbeitsspeicher ist denn nun wirklich sinnvoll? Wann bringt eine Aufrüstung einen Vorteil an Geschwindigkeit und wann ist sie nur Geldverschwendung? Für welchen Anwendungszweck brauche ich wieviel RAM? Was genau ist eine Auslagerungsdatei und wie hängt diese mit dem Ganzen zusammen?

Damit du solche oder ähnliche Fragen in Zukunft spielend leicht beantworten kannst, haben wir für dich eine übersichtliche Zusammenfassung über das Thema erstellt. Dabei gehen wir ganz bewusst nicht allzu sehr ins Detail, so dass diese Übersicht auch für den Laien noch gut verständlich und entsprechend kurz und knapp bleibt.

Was genau bewirkt der Arbeitsspeicher im Computer?

Im Arbeitsspeicher deines Computers sind alle Programme, Prozesse und verwendeten Daten gespeichert, die du momentan gerade ausführst oder verwendest. Der Inhalt des Arbeitsspeichers geht beim Abschalten des Computers verloren und muss deshalb zuerst auf der Festplatte gesichert werden. Dies geschieht natürlich vollautomatisch, ohne dass der User etwas davon mitbekommen würde.

Dafür ist der Arbeitsspeicher mit Abstand der Schnellste aller Speicherkomponenten in deinem Computer und kann zudem vom Prozessor direkt angesprochen werden. Größe und Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers haben somit unmittelbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit deines ganzen Computersystems.

Welche Bauformen gibt es überhaupt?

Arbeitsspeicher wird fast nur noch als sogenannter DIMM verbaut. Hier gibt es die unterschiedlichen Spezifikationen DDR, DDR2, DDR3, DDR4 und DDR5. Achtung: Die Spezifikationen sind nicht miteinander kompatibel, d.h. du kannst sie nicht untereinander vertauschen. Welche Bauform genau in deinen Computer passt, wird durch die Spezifikationen des Mainboards fest vorgegeben.

RAM1 DDR3-DIMM mit einer Kapazität von 2 Gigabyte (GB)

Ram_Slots.jpg    4 DIMM-Slots auf dem Mainboard, 2 besetzt, 2 frei

Die aktuell am Weitesten verbreitete Bauform ist DDR-3, diese wird aber zunehmend durch den moderneren und schnelleren DDR-4 RAM abgelöst.

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Ist der RAM voll, wird der Computer langsam

Manchmal kann es vorkommen, dass nicht alle diese Daten im RAM Platz finden, zum Beispiel, wenn du besonders speicherintensive Programme startest, oder besonders große Daten aufrufen willst. In diesem Fall kommt die sogenannte auslagerungsdatei ins Spiel. Hierbei wird der eigentliche Arbeitsspeicher virtuell erweitert und in eine spezielle Datei auf deiner Festplatte umgeleitet, die Auslagerungsdatei. Da eine Festplatte aber mit einer sehr viel langsameren Datenübertragungsrate arbeitet, als der eigentliche Arbeitsspeicher, sinkt hierbei logischerweise die Arbeitsgeschwindigkeit deines PC-Systems enorm ab.

Weitere Informationen zum Thema RAM und Auslagerungsdatei kannst du im Artikel “Ein Blick ins Innenleben deines Computers” nachlesen.

Wieviel Arbeisspeicher ist sinnvoll?

Höhe des RAM… Unsere Empfehlung für…
2GB Im Jahr 2019 gerade noch ausreichend für Officeanwendungen, surfen im Internet und einfache Anwendungen. Als Betriebssystem empfiehlt sich Windows 7.
4GB Ausreichend für Office-Arbeiten, Internetrecherche und alle Programme mit “normalem” Speicherbedarf. Willst du Windows 10 als Betriebssystem verwenden, dann solltest du mindestens 4GM RAM in deinem Rechner besitzen. Dabei sind 4GB wirklich die Minimal-Ausstattung ohne Reserven für die Zukunft.
8GB Ausreichend zukunftssicher und für den normalen Alltagsbetrieb auch mehr als gut aufgestellt bist du mit einem Arbeitsspeicher von insgesamt 8GB. Damit laufen alle gängigen Anwendungen sehr flüssig und auch komplexere Bild- und Videoprogramme bremsen dein System nicht unnötig aus.
16GB 16GB ist dagegen die perfekte Speichergröße für die Gamer unter uns. Auch moderne hochauflösende Spiele sind mit 16GB ausreichend versorgt und laufen flüssig. All jene, die oft im Bereich Videoschnitt oder Bildbearbeitung unterwegs sind werden ebenfaslls erst ab 16GB RAM so richtig glücklich.
32GB Mit dieser Menge an Arbeitsspeicher bewegen wir uns schon auf professionellem Niveau. Ganz davon abgesehen, dass bei Weitem nicht alle Mainboards solche Speichergrößen unterstützen, ist der Privatanwender mit 32GB auch deutlich übermotorisiert unterwegs.
64GB / + Was für 32GB gilt, trifft natürlich umso mehr noch auf 64GB RAM sowie auf höhere Arbeitsspeichermengen zu. Solche Werte werden üblicherweise nur in Workstations erreicht und richten sich an Profi-Anwender wie Rechenzentren, CAD-Steuerungen, professionelle Entwicklungsumgebenungen und dergleichen.

Singlechannel oder Dualchannel?

Willst du deinen Rechner mit insgesamt 8GB RAM ausstatten, dann hast du theoretisch die Wahl zwischen einem Speicherriegel mit 8GB Kapazität oder aber zwei Riegeln mit jeweils 4 GB (ein sogenannter Kit). Meistens sind hierfür die Sockel auf dem Mainboard sogar jeweils in Zweierpärchen farblich markiert. Für den sogenannten Dualchannel- Betrieb werden je 2 identische Arbeitsspeicher in die jeweils farblich passenden Sockel gesteckt, was gegenüber einem einzelnen (doppelt so großen) Riegel nochmal einen deutlichen Geschwindigkeitsbonus verleiht. Im Klartext also: 2 Dimm-Riegel a 4GB sind schneller als 1 Dimm-Riegel mit 8 GB, obwohl beide Male jeweils 8 GB Arbeitsspeicher verbaut sind.

Wie gesagt, ist es hierbei aber wichtig, dass du stets zwei baugleiche RAM-Module verbaust, die zusammen die gewünschte Speichergröße ergeben. Das Mischen unterschiedlicher RAM-Riegel kann zwar durchaus funktionieren, ist aber eine mögliche Fehlerquelle. So sind instabile Systeme nur allzu oft die Folge von wilden Mischungen aus unterschiedlichen RAM-Modulen.

Viele Marken, wenige Hersteller

Rund 97% des Marktanteils werden von einigen wenigen Chipherstellern abgedeckt. Die 3 Bekanntesten unter ihnen sind HynixSamsung und Toshiba. Daneben gibt es noch etliche weitere Anbieter, wie z.B. Corsair, Crucial oder Kingston (sogenannte Third-Party-Hersteller). Diese kaufen die Speicherchips extern zu und löten selbige dann auf ihre eigenen Platinen.

Fazit: Nicht immer ist eine Aufrüstung sinnvoll

Wir hoffen, wir konnten dir einen kleinen Leitfaden zum großen Mythos Arbeitsspeicher an die Hand geben und etwas Aufklärungsarbeit leisten. Nun weißt du, worauf du beim Kauf deines nächsten Rechners achten solltest bzw. wann genau eine Aufrüstung sinnvoll ist.

Wieviel Arbeitsspeicher verwendest du in deinem Rechner?

Titelbild: © Denis Dryashkin – stock.adobe.com
Bilder: © ESM-Computer GmbH / © iukhym_vova – Fotolia.com
Quellen: eigene Recherche

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Comments

  1. Ich habe seit einiger Zeit 2 x 8 GB RAM im PC (Win 7), und ich habe das Gefühl, dass er seitdem langsamer ist, und manchmal kommt die Meldung “zuwenig Speicher!)! Oder kann es sein, dass die Riegel hintereinander eingesteckt sind (habe es nicht selbst gemacht, da Rollifahrer) statt 1 + 3?
    Diethelm

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    • Richard Dolp (Admin) - 20. Mai 2019 at 10:59 - Antworten

      Hallo Diethelm,
      als Erstes würde ich hier einmal checken, ob Windows überhaupt die korrekte Speichermenge anzeigt. Das geht am Einfachsten über den Taskmanager (Strg + Alt + Entf) und dort über den Leistungsmonitor. Wenn dort wirklich nur 8 GB statt der vollen 16 GB als verwendbar aufgelistet werden, dann würde ich auch entweder auf einen defekten Riegel tippen (das kannst du nur durch einzeln umstecken herausfinden), oder es sind tatsächlich die falschen Slots belegt. Hier musst du deinen PC einmal öffnen und nachsehen. Die korekte Belegung entnimmst du am Besten dem Handbuch deines Mainboards oder der farbigen Kennzeichnung auf den Slots selbst.

      Taktfrequenz, Voltzahl usw. sind bei beiden Riegeln identisch?

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  2. Mit meinem privaten PC von 2011 hat man einerseits den Vorteil, dass DDR3 Speicher sehr günstig zu bekommen ist, aber natürlich auch den Nachteil, dass man im Ausbau sehr begrenzt ist im Vergleich zu modernen PCs wie einer HP Z8.
    Ich hab mich für einen mittleren Ausbau mit 64GB entschieden. Reicht für alles und ist sogar meistens zu viel.
    Wobei ich mit 16GB beim alltaglichen Arbeiten mit meinem Arbeits PC immer schnell an die Grenzen gekommen bin, da auch das Dateisystem (ZFS) sich gern mal 50% des Speichern nehmen möchte.

    Also 32GB-64GB sind schon zu heutigen Zeiten nicht verkehrt, wenn man nicht wirklich aufwendige Dinge tun will.

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  3. Schöner, aber leider auch, wie so häufig, oberflächlich behandelter Beitrag. Es wurde nur auf allgemeine Dinge, was zu nutzen wäre eingegangen.

    Ich wünschte, daß sich jemand mal den nicht null acht 15 Usern widmet und z.B. für Speicheroptimierung (sowohl Leistungsoptimiert, als auch wirtschaftlich), denn genau die sind es, die viel experimentieren und Hilfe brauchen. Die Durchschnittsnutzer nehmen sich meist ein Massenrechner aus dem Regal zum Preis X bis er nicht mehr die Leistung bringt…

    Aber genau die, die viele Sachen neu aufsetzen müssen, in CAD-Systemen arbeiten, Virtuelle Testmaschinen oder sogar (wie ich) auf einem Host mehrere VMs laufen lassen müssen für die verschiedensten Anwendungen und Betriebssysteme, genau für die gibt es kein Regal, aus dem man Standard nehmen kann.

    Daher… Thema aufnehmen und hier verständlich aufarbeiten

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