ESM-Computer Magazin
Hardware- und Tuning-Workshop

Mehr Speed für den Laptop – SSD einbauen

Mehr Speed für den Laptop – SSD einbauen

Mehr Speed für den Laptop – SSD einbauen

Dein Notebook ist in die Jahre gekommen, die Festplatte ist randvoll mit Daten und du hast das Gefühl, die Kiste wird immer langsamer und langsamer? Kein Grund zur Panik! Durch den Einbau einer modernen, superschnellen SSD-Festplatte kannst du nochmal einiges an Geschwindigkeit aus deinem Laptop herauskitzeln. Wir zeigen dir, worauf du bei der Aufrüstung achten musst.

Vor- und Nachteile einer SSD

Speicherchip statt Magnetscheibe

Die Abkürzung SSD steht für “Solid-State-Drive”. Hier werden die Daten wie bei einem USB-Stick auf speziellen Speicherchips abgelegt und nicht mehr wie bei einer konventionellen HDD-Festplatte auf rotierenden Magnetscheiben. Zum Einsatz kommen hier vorwiegend spezielle Flash-basierte Chips sowie SDRAMS ähnlich dem Arbeitsspeicher deines PCs. Dadurch, dass keinerlei bewegliche Teile mehr vorhanden sind, ist eine SSD im Gegensatz zu einer HDD deutlich unempfindlicher. Sie verbraucht wesentlich weniger Strom und produziert weniger Abwärme. Der größte und entscheidende Vorteil liegt aber in der wesentlich höheren Geschwindigkeit eines jeden einzelnen Lese- und Schreibvorgangs (zum Vergleich: HDD => 100 MB/Sekunde / SSD => 500 MB/Sekunde).

Noch deutlich teurer als HDDs

Der einzige nennenswerte Nachteil einer SSD liegt in dem – momentan noch – deutlich höheren Preis pro Gigabyte Speicherplatz im Vergleich zu konventionellen HDD-Festplatten. So kostet 1 GB Datenspeicher auf einer HDD gerade einmal rund 7 Cent, während der selbe Speicherplatz bei einer SSD mit dem rund 6-fachen, nämlich mit satten 40 Cent zu Buche schlägt. Aus diesem Grund ist es gängige Praxis, beide Festplattentypen mit einander zu kombinieren. Dein Betriebssystem und die Programme werden auf der schnellen SSD installiert. Deine Musik- und Fotosammlungen finden nach wie vor Platz auf dem günstigen HDD-Speicher. Günstige fabrikneue SSDs kannst du zum Beispiel hier direkt kaufen.

Schritt 1: Überblick über Anschlüsse verschaffen

Anhand von Schrauben an der Gehäuseunterseite kannst du erkennen, ob das Aufrüsten deines Notebooks überhaupt grundsätzlich möglich ist. Ist das Gehäuse schraubenlos und fest verklebt, so hast du leider nicht wirklich eine Chance, ans Innenleben deines Gerätes heranzukommen.

Am Besten siehst du nach, ob seinerzeit ein Handbuch zum Notebook-Lieferumfang gehört hat. Darin findest du dann die Informationen, über welche und wie viele Festplattenanschlüsse (und ihre jeweiligen Abmessungen) dein Laptop verfügt. Praktisch alle neueren Modelle besitzen SATA- oder andere moderne Schnittstellen, ältere Geräte arbeiten dagegen häufig noch mit IDE. Gibt es nur eine Schnittstelle, dann musst du deine bisherige Festplatte durch die SSD ersetzen. Bei größeren Geräten sind manchmal auch 2 oder mehr Anschlüsse vorhanden. Ist dies der Fall, dann kannst du die neue SSD sogar zusätzlich als Zweit-Festplatte einbauen.

Besitzt du kein Handbuch zu deinem Notebook, dann kannst du dir eine entsprechende PDF-Dokumentation als Ersatz herunterladen. Dazu am Besten die Modellbezeichnung oder die Seriennummer deines Gerätes googeln und nach dem entsprechenden Datenblatt Ausschau halten.

Schritt 2: Die richtige SSD aussuchen

Im zweiten Schritt geht es um die Auswahl der richtigen SSD.

Abmessungen

Entscheidend hierfür sind immer die Abmessungen deines Laptops. Sie legen fest, welche Größe die neue Festplatte oder SSD maximal haben darf. Gängige Größen sind aktuell 2,5 oder 1,8 Zoll, aber auch bei der Einbauhöhe ist Vorsicht geboten. Hier gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten. Im Zweifelsfall hilft hier ebenfalls ein Blick ins Handbuch des Notebooks.

Schnittstellen

Sata2Wenn du noch ein altes Gerät mit IDE-Anschluss hast, dann kannst du eine SATA-Festplatte (oder eine SATA-SSD) darin nicht verwenden – umgekehrt gilt dasselbe. Vereinzelt findet man - vor allem im Internet - zwar SSDs für die IDE-Schnittstelle, selbige lohnen sich aufgrund des beschränkten Tempos in der Datenübertragung allerdings kaum.

Außer IDE und SATA gibt es dann noch die Schnittstellen mSATA (mittlerweile veraltet), M.2 sowie PCIe. Der größte Vorteil von M.2 im Gegensatz zu allen anderen Standards ist hier die nochmals deutlich geringere Größe. Zu M.2-Steckplätzen und -Laufwerken finden sich oft Formfaktor-Angaben in Millimetern, etwa 2280 oder 2242. Die aufeinanderfolgenden Ziffern stehen jeweils für die Breite und Länge. Der Steckplatz sollte immer ein Wenig größer als die SSD selbst sein.

Wie immer gilt auch hier: Vergewissere dich durch einen Blick ins Handbuch, welche Technik genau vonnöten ist. Auch sehr sinnvoll ist ein Blick auf die Herstellerseite von Notebook und Laufwerk: Mitunter genügt es, den Notebooktyp auszuwählen, um passende Konfigurationen als Vorschläge zu erhalten.

SATA ist nicht gleich SATA

Verfügt dein Notebook über einen SATA-Anschluss, dann solltest du auf jeden Fall auch noch auf den genauen Standard achten: veraltete SATA-Technik bremst nämlich die Datenübertragung ganz erheblich aus. Steckt in deinem Rechner ein SATA-3-Anschluss, dann kaufst du am besten auch eine SATA-3-SSD (SATA 600), um hier kein wertvolles Tempo zu verschenken.

Schritt 3: Der Einbau

Umzug oder Neuinstallation

Bietet dein Notebook nur einen einzigen Steckplatz für Festplatten (oder soll die vorhandene Platte ersetzt werden), so ist ein Wechsel – und zudem auch eine Windows-Neuinstallation fällig. Wie du das schnell und einfach erledigen kannst, erfährst du in unserem Artikel "In wenigen einfachen Schritten zur Neuinstallation".

Möchtest du dein bisheriges System 1:1 auf die neue Platte kopieren, so benötigst du noch eine zusätzliche externe Festplatte, oder einen entsprechend großen USB-Stick. Einigen SSD-Modellen liegt sogar eine eingeschränkte Softwarelizenz für den Datenumzug bei, zum Beispiel Acronis True Image. Eine kostenloste Alternative ist Minitools Partition Wizard. Dieses kleine aber feine Tool haben wir in unserem Artikel "Die 5 besten Imaging-Tools für deinen Rechner" ausführlich beschrieben.

Der eigentliche Einbau

Wie bei allen Arbeiten im Inneren von Computern solltest du sich zunächst einmal erden, etwa kurz mit der Hand einen Heizkörper berühren – das schützt vor Hardwareschäden durch statische Aufladung deines Körpers. Danach schaltest du dein Notebook aus und ziehst alle Kabel sowie den Akku ab.

Entfernen die Bodenplatte (baseplate) gemäß den Angaben des Handbuchs, um ans Innere des Laptops zu kommen. Im einfachsten Fall kannst du die neue Platte in einem freien Einbauschacht direkt montieren. Datenübertragung und Stromzufuhr stellt ein entsprechender genormter Stecker sicher.

Gegebenenfalls musst du jedoch zuvor die alte Festplatte herauszunehmen. Hier genügt je nach Modell ein Knopfdruck oder das Entfernen einer Lasche oder Schraube. Die neue Platte setzt du dann in den freigelegten Bereich ein und fixierst die Befestigung wieder ordnungsgemäß.

Befindet sich die Festplatte oder SSD unter der Tastatur oder Hauptplatine, gestaltet sich das Aufrüsten sehr viel schwieriger – und verlangt Fingerspitzengefühl sowie eine gute Sortierung der entnommenen Einzelteile. Zumindest bei solch komplizierten Vorgehen empfiehlt es sich, mittels Kamera sämtliche Schritte zu dokumentieren, um sie am Ende leichter in umgekehrter Reihenfolge für den Zusammenbau vorzunehmen.

Alternative zum Einbau: eine externe Platte

Nicht jeder mag es, den PC oder das Notebook aufzuschrauben und im Inneren herum zu werkeln.

toshiba-canvioWenn du dir das Aufrüsten selbst nicht zutraust, aber auch keine Lust hast, hierfür einen teuren Fachmann aufzusuchen, so bietet sich als Alternative eine externe Festplatte an. Diese schließt du ganz einfach am USB-Port deines Notebooks an. Empfehlenswert sind natürlich USB-3.0- oder -3.1-Laufwerke, die ein höheres Tempo bieten als ihre USB-2.0-Vorgänger. Grundsätzlich laufen USB-3-Festplatten auch an USB-2.0-Anschlüssen, umgekehrt funktionieren ältere USB-2.0-Laufwerke an Notebooks mit der moderneren Buchse. Der Geschwindigkeitsvorteil geht hierbei aber natürlich verloren.

Bis zu 30% mehr Speed

Durch diese einfache kleine Aufrüstung kannst du locker bis zu 30% mehr Geschwindigkeit aus deinem alten Notebook herauskitzeln. Du wirst sowohl beim Booten, als auch beim Start einzelner Programme einen enormen Unterschied feststellen. Viel Spass beim Schrauben!

 

Titelbild, Bilder: © ESM-Computer GmbH

0
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.