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Multiboot-Stick erstellen – So einfach geht’s

Multiboot-Stick erstellen – So einfach geht’s

Multiboot-Stick erstellen - So einfach geht's

Windows hat sich wieder einmal zerschossen und dein PC tut gar nichts mehr? Du hast dir Viren oder andere Malware eingefangen? Dein Windows verlangt nach einer Reparatur? Kein Grund zur Panik! Wir zeigen dir, wie du dein System mit einem einfachen USB-Stick wieder zum Laufen bringst.

 

Was ist ein Multiboot-Stick überhaupt?

Kurz gesagt: Nichts anderes, als ein ganz normaler USB-Stick, den du durch eine spezielle Vorbereitung so hergerichtet hast, dass du deinen Rechner direkt von diesem Stick aus booten kannst. Idealerweise befinden sich auf diesem Stick alle gängigen Betriebssystem-Versionen gleichzeitig, so dass du beim Booten jedes Mal aufs Neue auswählen kannst, welches System du verwenden möchtest.

Die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Sticks sind vielfältig und reichen vom Minibetriebssystem wie dem Windows-Setup-Assistent über ein ausgewachsenes Linux-Desktop-System bis hin zur Reparatur-Umgebung, mit der du gelöschte Dateien retten oder Viren beseitigen kannst.

Mit solch einem USB-Stick bekommst du also ein multifunktionales Werkzeug, mit dem du (fast) alle Betriebssystemprobleme auf einmal lösen kannst. Dir einen solchen Stick selbst zu erstellen ist gar nicht so schwierig, wie es sich vielleicht anhören mag. Wir zeigen dir in wenigen einfachen Schritten, wie du aus einem ganz normalen USB-Stick einen Multiboot-Stick erstellen kannst.

 

Intelligenter kleiner Helfer: YUMI

Zugegeben - Die Erstellung eines Multiboot-USB-Sticks frei Hand ist eine knifflige Angelegenheit. Die Dateien der unterschiedlichen Betriebssysteme müssen in exakt vorgegebenen Ordnerstrukturen auf dem Stick vorliegen, ein eigener Bootmanager auf Linuxbasis muss eingerichtet werden, usw. Die frei Hand Erstellung eines solchen Sticks ist also nur wirklichen Kennern zu empfehlen.

Zum Glück gibt es ein pfiffiges kleines Freeware-Programm, welches diese Arbeit auch für den Otto-Normal-Nutzer schnell und einfach erledigt. Es formatiert den Stick in passender Art und Weise, hilft beim Download der gewünschten Betriebssysteme, speichert alles in der passenden Ordnerstruktur ab und richtet auch gleich noch den Bootmanager auf Linuxbasis korrekt ein. Die Rede ist von YUMI (Your Universal Multiboot Installer), welches du dir hier kostenlos herunterladen kannst.

 

 

Das smarte kleine Programm ist direkt nach dem Download per Doppelklick startbereit, eine extra Installation ist nicht notwendig.

Hier wählst du unter „Step 1: Select the Drive Letter of your USB Device“ deinen zuvor eingesteckten USB-Stick aus.

Beachte dabei, dass du wirklich das korrekte Laufwerk auswählst! Im weiteren Verlauf wird das ausgewählte Laufwerk mit YUMI formatiert. Dabei gehen alle darauf gespeicherten Daten verloren!

 

Unter "Step 2: Select a Distribution to put on ..." wählst du nun die gewünschte Linux-Distribution für den Bootmanager aus. Hier stehen unzählige verschiedene zur Auswahl, wir entscheiden uns für unser Tutorial für Ubuntu.


Möglichkeit 1:

Du hast bereits eine ISO-Datei von der gewünschten Linux-Distribution heruntergeladen. Dann führt dich ein Link auf den "Browse"-Button zur Auswahl derselben.

Möglichkeit 2:

Du hast noch keine Datei auf deinem Rechner. In diesem Fall setzt du den Haken bei "Download Link" und bestätigst die Abfrage mit "Ja". Du wirst dann auf eine Homepage der entsprechenden Linux-Distribution weitergeleitet, über die du dir die ISO-Datei herunterladen kannst. Nach Ende des Downloads geht's weiter, wie bei Möglichkeit 1 beschrieben.

Hast du die gewünschte Ubuntu-Datei ausgewählt, kannst du noch auf einem zusätzlichen Schieberegler einstellen, wieviel Speicherplatz auf dem Stick für das gewählte Betriebssystem reserviert werden soll. Dieser Speicherplatz kann zum Beispiel dafür benutzt werden, um deine Einstellungen oder von dir bearbeitete Dokumente dauerhaft auf dem Stick abzulegen.Sind alle Einstellungen entsprechend getroffen, klickst du auf "Create", um mit dem nächsten Schritt fortzufahren. Es erscheint ein Fenster mit einer Zusammenfassung aller deiner gewählten Aktionen, wo du noch einmal alles auf seine Richtigkeit hin überprüfen kannst. Bist du einverstanden, dann startet ein Klick auf "Ja" die Erstellung des bootfähigen USB-Sticks mit der gewählten Linux-Distribution. Dies kann mehrere Minuten in Anspruch nehmen.

Ist alles abgeschlossen, kannst du mit Klick auf "Ja" direkt eine weitere Installation auf den Stick packen, oder mit Klick auf "Nein" das Programm verlassen. Da du auch noch Windows auf deinem Stick benötigst, klickst du also auf "Ja" und landest wieder in der selben Maske, wie zu Anfang...

...nur dass du diesmal nicht eine Linux-Distribution, sondern einen Windows-Installer aus der Liste unter Step 2 auswählst. Der Rest verläuft absolut gleich zu dem bereits oben Beschriebenen und sollte keine Probleme bereiten. Achte nur darauf, dass du diesmal die Häkchen oben rechts zum Formatieren definitiv deaktiviert hast, sonst verschwindet die eben installierte Linux-Distribution wieder von deinem Stick!

Den Rechner vom USB-Stick booten

Wenn du deinen PC nun von dem so vorbereiteten USB-Stick bootest, dann startet direkt der Linux-Bootmanager. In diesem kannst du ganz bequem zwischen der Linux-Distribution oder dem Windows-Installer auswählen und hast damit jederzeit das richtige Werkzeug zur Hand, um deinen kränkelnden PC wieder auf Vordermann zu bringen.

 

Titelbild: © Stockfotos-MG - Fotolia.com
Bilder: © ESM-Computer GmbH

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