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Die besten Tools für Analyse und Benchmark

Die besten Tools für Analyse und Benchmark

Die besten Tools für Analyse und Benchmark

Wie schnell ist mein Prozessor wirklich? Welche Temperatur entwickelt er unter Last? Wie laut sind die Lüfter dabei im Extremfall? Wo stecken vielleicht noch ungenutzte Potentiale?

Wann immer du über die Aufrüstung oder die Optimierung deines Computersystems nachdenkst, stößt du früher oder später auf genau diese Fragen. Ohne deren genaue Beantwortung und damit einer detaillierten Analyse deines Prozessors, gleicht jeder Optimierungsversuch dem sprichwörtlichen Stochern im Nebel. Wir zeigen dir in unserem Artikel jeweils 2 Tools, um deinen Prozessor zu analysieren, seine Leistung präzise zu messen und ihn bis ans Limit auszulasten.

 

Die Analyse deines Prozessors

Der Prozessor ist das schlagende Herz deines Computers

Der Prozessor kann innerhalb einer Sekunde mehrere Millionen von Rechenoperationen durchführen. Ohne ihn würde kein PC der Welt laufen, denn er ist das eigentliche Herzstück.

Wenn der Prozessor nicht mehr ganz rund läuft, dann schlägt sich das zwangsläufig im alltäglichen Betrieb deutlich nieder. Es kommt zu Abstürzen, Bluescreens oder gar dem kompletten Einfrieren deines Systems – im schlimmsten Fall startet dein PC überhaupt nicht mehr. Auch wenn dein Prozessor nur teilweise überfordert ist, macht sich das unmittelbar bemerkbar:

Das Öffnen von Programmen zieht sich ohne ersichtlichen Grund in die Länge oder alles ruckelt, selbst auf dem Desktop. Um etwaigen Prozessorproblemen auf die Spur kommen, stellen wir dir die besten Gratis-Tools vor, um die Hardwareinformationen deiner CPU auszulesen, die Leistung deines Prozessors zu messen und ihn für Stabilitätstests und Benchmarkvergleiche komplett auszulasten.

Tool 1: CPU-Z

Zu allererst musst du natürlich in Erfahrung bringen, welcher Prozessor überhaupt in deinem Rechner verbaut ist. Das bekannteste kostenlose Tool für derlei Informationen ist CPU-Z der Firma CPUID.

Viele Infos, schneller Überblick

Das Programm besitzt insgesamt 8 Registerreiter, welche gleich nach dem Start sichtbar werden. Der erste Reiter „CPU“ zeigt dir dabei die grundlegenden Spezifikationen deines Prozessors an. Dazu zählen die genaue Modellbezeichnung (Specification), die zugrundeliegende Architektur (Code Name) und die maximale TDP (maximale Verlustleistung). Weitere nützliche Angaben für eine eventuelle Aufrüstung oder Fehlersucher sind die Angabe des Sockels (Package), die aktuelle Kernspannung (Core Voltage) und die unterstützten Befehlssätze (Instructions).

Alles in Echtzeit abrufbar

Außerdem zeigt dir das Tool in Echtzeit die Taktfrequenz des ersten CPU-Kerns an, inklusive des Multiplikators. Rechts daneben werden die verschiedenen Stufen und Kapazitäten des Pufferspeichers aufgeschlüsselt (Cache), direkt darunter dann die physikalischen Rechenkerne (Cores) und schlussendlich direkt daneben die „Threads“ – beherrscht deine CPU Hyperthreading, dann steht dort bei einem Vierkern-Chip zum Beispiel „Threads 8“.

In den Bildern unten siehst du die einzelnen Registerkarten von CPU-Z im Detail.

Tool 2: HWinfo

Um einiges komplexer, aber damit auch detaillierter arbeitet das Programm Hwinfo. Genau wie das oben vorgestellte CPU-Z zeigt es dir die Details zu deiner Hardware an. In Sachen Übersichtlichkeit und Komplexität hat es jedoch eindeutige Vorteile:

Alle Infos auf einen Blick...

Das kleinere Fenster, welches sich beim Start direkt öffnet, ist das „System Summary“. Hier findest du auf einen Blick alle wichtigen Informationen zu den Kernkomponenten deines Systems – also von CPU, Mainboard, Speichermedien und optischen Laufwerken, Grafikkarte, Arbeitsspeicher und Betriebssystem. Dazu zählen neben den exakten Modellbezeichnungen unter anderem auch unterstützte Funktionen, Spannungen, Taktfrequenzen und Bios-Versionen. Nützlich ist auch, dass die Anzeige der Taktraten in Echtzeit erfolgt. Mit dieser Zusammenfassung kannst du dir also schnell und einfach einen guten Überblick über deine Hardware verschaffen.

...oder detailliert

Zusätzlich öffnet sich beim Start des Tools ein größeres Fenster. Auf der linken Seite siehst du hier die einzelnen Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatten. Mit einem Klick auf das Plus-Symbol kannst du in altbekannter Windows-Manier die Einträge aufklappen, um so zu weiteren Details zu gelangen: In der rechten Seite des Fensters werden dann die einzelnen Funktionen und Angaben noch detaillierter aufgeschlüsselt. Am interessantesten für unsere Zwecke dürfte jedoch der Button „Sensors“ in der Menüleiste sein.

Nach einem Klick darauf öffnet sich ein weiteres Fenster, das Daten zu aktuellen Speicherauslastungen, Betriebstemperaturen und Lüftergeschwindigkeiten bereithält. Sogar die SMART-Werte deiner Festplatten kann das Tool auslesen – so siehst du zum Beispiel, ob deine Festplatten noch in Ordnung sind, oder besser bald ausgetauscht werden sollten.

Diese Unmenge an Informationen mag auf den ersten Blick recht verwirrend erscheinen. Doch Dank all dieser Daten ist es ein leichtes, für eine Aufrüstung zum Beispiel einen passenden, besseren Prozessor zu finden. Du weißt zum Beispiel, auf welchen Sockel und welche TDP du achten musst. Sollte der Sockel nicht übereinstimmen, dann lässt sich die neue CPU erst gar nicht ins Mainboard einbauen. Und wenn die neue CPU die bisherige TDP deutlich überschreitet, dann kann es zu Abstürzen kommen, sofern das Netzteil nicht genügend Leistungsreserven bietet.

Doch vor allem fürs Übertakten sind diese Informationen wichtig, insbesondere die Werte zur Kernspannung und aktuelle Temperaturen. So lässt sich unter anderem feststellen, ob der aktuell verbaute Kühler noch ausreichend kühlen kann, selbst wenn die Taktfrequenzen höher als normal sind.

Die Geschwindigkeitsmessung: CPU-Benchmarks

Benchmark-Programme verfügen über aufwendig programmierte Szenarien, die eine bestimmte Komponente oder auch ein komplettes System möglichst intensiv auslasten. Anhand bestimmter Faktoren errechnen diese Benchmarks in der Regel auch ein Ergebnis, welches sich dann vergleichen lässt. Auf diese Weise kann jeder Nutzer die Leistung seines PCs einordnen.

Tool 1: Cinebench R15

Das erste Tool, das wir dir für die Leistungsberechnung vorstellen möchten, ist Cinebench R15 der Firma Maxon. Um die Leistungsfähigkeit deines Prozessors zu bestimmen, lässt ihn das Programm - ohne Einbeziehung der Grafikkarte - ein Objekt rendern, das aus über 280.000 Polygonen besteht.

Der reguläre Test prüft alle verfügbaren CPU-Kerne inklusive der virtuellen, sofern das Modell Hyperthreading unterstützt. Über einen Klick auf „File“ und „Advanced Benchmark“, steht dir dann noch ein erweitertes Testverfahren zur Verfügung, womit sich auch die Performance eines einzelnen Kerns ermitteln lässt.

Sobald der Benchmark beendet ist, gibt Cinebench das Ergebnis als eine Punktzahl aus. Ab Werk hat Maxon schon einige Ergebnisse verschiedener Prozessoren integriert, um die Leistung einordnen zu können. Je höher die Punkte sind, desto leistungsfähiger ist der Prozessor.

Tool 2: 3D Mark

Das zweite Programm, das wir dir empfehlen möchten, ist 3D Mark von Futuremark, das sich großer Beliebtheit erfreut und oft Bestandteil von Testverfahren für Grafikkarten oder Komplett-PCs ist. Es verfügt über 7 unterschiedlich aufwendige Testszenarien, die den Rechner auslasten und die Leistungsfähigkeit mit Hilfe einer Punktzahl beurteilen.

„Ice Storm“ ist eigentlich für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets konzipiert, „Cloud Gate“ richtet sich dagegen an Notebooks und Office-PCs und „Sky Diver“ wurde speziell für Gaming-Notebooks und Mittelklasse-PCs entworfen. Das Szenario „Time Spy“ prüft bereits die neue Grafikschnittstelle DirectX 12, weshalb dieser Test Windows 10 voraussetzt.

„Fire Strike“ ist allerdings der aufwendigste Test und sollte nur auf sehr rechenstarken PCs zum Einsatz kommen. Die Versionen „Extreme“ und „Ultra“ legen sogar noch einmal eine ordentliche Schippe in Sachen Komplexität drauf und sollten wahren High- End-Computern vorbehalten sein.

Doch nicht nur Grafikkarten, sondern auch die Performance deines Prozessors lässt sich mit 3D Mark bestimmen: Dafür musst du jedoch einige Einstellungen treffen: Auf der Auswahlseite zunächst Fire Strike auswählen, danach auf die Registerkarte „Custom run“ klicken und oben links alle Tests bis auf „Physics test“ deaktivieren.

Nach einem Klick auf die orangefarbene Schaltfläche „Run Custom“ startet dann der Physik-Test. Hier simuliert das Programm möglichst realistisch die Physikeigenschaften von mehreren fliegenden Objekten innerhalb eines Raumes mit Hilfe der CPU. Die Effektberechnung erfolgt in Echtzeit, um eine möglichst große Rechenlast zu erzeugen. Sobald der Test abgeschlossen ist, erhältst du wiederum eine Punktzahl und eine Anzeige der durchschnittlichen Bilder pro Sekunde.

 

 

Titelbild: © iukhym_vova / Fotolia
Bilder: © ESM-Computer GmbH

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