ESM-Computer Magazin
Kaufberatung

Kaufberatung LED-Bildschirm

Kaufberatung LED-Bildschirm

Kaufberatung LED-Bildschirm

Willst du dir heutzutage einen neuen Monitor kaufen, dann stolperst du zwangsläufig über einen LED-Bildschirm. Doch was bedeuten die ganzen Abkürzungen und Fachbegriffe, die dich regelrecht nur so erschlagen? Da ist die Rede von LCD-Bildschirmen, LED-Bildschirmen, TN-Panels, IPS-Panels und so weiter und so fort. Doch was verbirgt sich dahinter? Was bringt welche Technologie für Vorteile? Was ist sinnvoll?

Wir klären auf in unserer kleinen Kaufberatung Monitore.

Wie funktioniert ein LED-Bildschirm?

Die Flüssigkristall-Anzeige (LCD)

Bei einem LED-Bildschirm handelt es sich genau genommen um ein LCD (liquid crystal display), also um einen Flüssigkristallbildschirm. Dessen Funktion beruht auf dem Prinzip, dass bestimmte Flüssigkristalle die Polarisationsrichtung des Lichts ändern können, wenn eine genau definierte elektrische Spannung angelegt wird. Die einfachste Form eines LCD-Displays findet man auch heute noch vielfach bei digitalen Taschenrechnern oder Armbanduhren. Jeder schwarze Balken auf dem Display entspricht hier einem Segment, an das Spannung angelegt werden kann (schwarz) oder nicht (durchsichtig).

taschenrechner2

Mit dieser einfachen und günstigen Technik lassen sich problemlos kostengünstige Displays herstellen. Der Nachteil ist jedoch, dass auf diese Art und Weise nur klare vordefinierte Zeichen darstellbar sind, da die Anzahl der ansprechbaren Segmente bereits bei Produktion der Displays bekannt sein muss.

Pixel verfeinern das Bild

Sollen nun statt der genau vordefinierten Zeichen beliebige freie Muster angezeigt werden, so benötigt das Display deutlich feinere Segmente. Zu diesem Zweck sind die einzelnen Segmente mit den Flüssigkristallen in einer geometrischen Rasterstruktur angeordnet. Jedes Raster bzw jedes Segment kann einzeln angesprochen werden, so dass sich das letztendliche Bild aus vielen einzelnen Punkten zusammen setzt (vgl. Pixel).

Farbe kommt ins Spiel

Die einzelnen Flüssigkristalle können jetzt natürlich nicht nur das einfallende Licht polarisieren, sondern auch des Licht einer entsprechenden Hintergrundbeleuchtung. Ist diese Hintergrundbeleuchtung farbig, so erscheint die Anzeige in der entsprechenden Farbe. Wird diese Hintergrundbeleuchtung nun nicht durch die früher üblichen "Leuchtstoffröhren" erzeugt, sondern durch eigens hierfür eingebaute Leuchtdioden (genauer Licht emmittierende Dioden, kurz LEDs), dann spricht man von einem LED-Bildschirm.

LED

Welches Panel ist das richtige für dich?

Willst du dir einen neuen LED-Monitor kaufen, so musst du dich früher oder später zwischen den beiden Technologien TN-Panel und IPS-Panel entscheiden. Doch was verbirgt sich hinter den Begriffen? Wem bringt welche Technik die größten Vorteile? Diese Fragen möchten wir dir im Folgenden gerne beantworten und dir so bei der Entscheidungsfindung für den richtigen Bildschirm vielleicht etwas behilflich sein.

Wofür willst du den Monitor verwenden?

Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung, ob es ein Monitor mit IPS- oder doch einer mit TN-Technologie werden soll, ist die Verwendung des Monitors. Spielst du eher Spiele? Wenn ja, vielleicht sogar im Leistungsbereich, in dem jede Sekunde zählt? Benutzt du den Monitor im „normalen“ Haus-Gebrauch, will heißen für das Surfen im Internet, die Verwendung im Home-Office oder dem gelegentlichen Schreiben von Email, Briefen und Co? Oder doch mehr für Bild- und Videobearbeitung? Vielleicht schaust du darauf auch gerne und oft Filme oder Serien an, Stichwort: Netflix, Amazon Prime und Co.?

All diese Fragen solltest du dir stellen und für deren Beantwortung ausreichend Zeit nehmen, bevor du einen Neukauf in Erwägung ziehst.

Stärken und Schwächen des TN-Panels

Die Funktionsweise eines TN-Panels fußt auf der sogenannten Twisted-Nematic Technologie. Dies bedeutet, dass jedes einzelne Pixel hierbei aus stäbchenförmigen Flüssigkristallen besteht, die permanent aus dem Hintergrund beleuchtet werden. Je mehr Spannung anliegt, desto weniger Licht lassen die Kristalle durchscheinen und desto dunkler wird in Folge das entsprechende Pixel. Da hier aber niemals eine vollkommene Abschirmung gewährleistet werden kann, und immer ein winzig kleiner Restbetrag an Licht durchscheinen wird, ist mit einem TN-Panel kein "echtes" schwarz darstellbar, sondern immer nur ein Näherungswert.

Damit sind wir schon beim ersten Nachteil im Vergleich zu einem IPS-Panel: Der Farbtreue. Hier kommt kein TN-Panel auch nur ansatzweise an die Brillianz eines IPS-Bildschirms heran. Auch bezüglich Blickwinkel sind die TN-Panels deutlich unterlegen. Dafür bestechen sie durch beispiellos kurze Reaktionszeiten sowie sehr geringen Herstellungskosten, was die Bildschirme vor allem für Gaming, Office und Alltagsgebrauch empfielt.

Wirfst du also nur einen ziemlich geraden Blick auf deinen Monitor, willst nicht allzu viel ausgeben und legst Wert auf eine schnelle Reaktionszeit, zum Beispiel für FPS-Spiele oder schnelle Videosequenzen, dann bist du mit einem TN-Panel immer auf der sicheren Seite.

Stärken:

  • günstiger Anschaffungspreis
  • schnelle Reaktionszeiten

Schwächen:

  • schlechterer Kontrast & Farben
  • Blickwinkelabhängigkeit

Stärken und Schwächen des IPS-Panels

Das Kürzel IPS steht für In-Plane-Switching. Also frei übersetzt "Umschalten auf einer Ebene". Während bei TN-Panels die einzelnen Segmente der Flüssigkristalle im dreidimensionalen Raum räumlich gegeneinander verschoben sind, sind sie beim IPS-Panel exakt parallel übereinander angeordnet. Beim Anlegen einer Spannung wird genauso das Hintergrundlicht absorbiert wie beim TN-Panel. Durch die Anordnung in einer Ebene wirkt dies jedoch deutlich dunkler und "farbechter", als bei der TN-Technik.

Anders ausgedrückt: es entstehen deutlich brilliantere Farben, ein leuchtenderes Weiß und ein dunkleres Schwarz. Durch die Anordnung in exakt einer Ebene ist auch der Blickwinkel nahezu egal, da sich der Abstand zwischen Segmenten und dem Auge des Benutzers nicht nennenswert ändert. Dies ist also ein weiterer Pluspunkt für die IPS-Technologie. Allerdings ist die Produktion eines solchen Panels auch erheblich komplexer und damit teurer, was in einem deutlich höheren Endpreis für den Verbraucher resultiert.

Weitere Minuspunkte auf der IPS-Skala sind der etwas höhere Stromverbrauch, da diese Technik eine stärkere, hellere Hintergrundbeleuchtung voraussetzt, sowie eine etwas langsamere Reaktionszeit.

Geräte mit IPS-Panel eignen sich also besonders für User, die zu jeder Zeit klare und absolut farbechte Bilder bevorzugen. Ihre Stärken können diese Monitore vor allem bei Video- und Bildbearbeitung, bei Filmen und Serien, sowie bei Spielen voll zur Geltung bringen. Bei schnellen Spielen oder Szenen eines Films kann es allerdings auf Grund der Reaktionszeit zu Unklarheiten im Bild kommen.

Stärken:

  • geringe Blickwinkelabhängigkeit
  • kräftige Farben
  • hohe Kontrastwerte

Schwächen:

  • langsamere Reaktionszeiten
  • teurer in der Anschaffung
  • höherer Stromverbrauch

Finde deinen passenden LED-Bildschirm

Wir hoffen, wir konnten dir mit diesem Artikel etwas näher bringen, wie ein LED-Bildschirm funktioniert. Natürlich kann dieser Artikel aufgrund der komplexen physikalischen Zusammenhänge nur an der Oberfläche kratzen, aber dennoch solltest du hiermit bei deiner nächsten Kaufentscheidung eine für dich individuell passende Auswahl treffen können.

Willst du gleichzeitig deinen Geldbeutel und die Umwelt entlasten, dann empfehlen wir den Kauf eines professionellen gebrauchten Monitors anstatt einem Neugerät. Warum sich dies gleich 4-fach für dich lohnt, erfährst du in unserem Artikel Gebrauchte Hardware lohnt sich 4-fach.

Welche Art von Bildschirm bevorzugst du? Was steht bei dir zuhause auf dem Schreibtisch? Lass es uns wissen, schreib es in die Kommentare, und diskutiere mit den anderen Lesern in den Kommentaren. Wir freuen uns auf deine Meinung.

 

Titelbild, Bilder: © Pixabay

0
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.