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4 Gründe, die für gebrauchte Hardware sprechen

4 Gründe, die für gebrauchte Hardware sprechen

4 Gründe, die für gebrauchte Hardware sprechen

 

Leider immer noch Vorbehalte beim Wörtchen "gebraucht"

Laut aktuellen Branchenumfragen wird in deutschen Unternehmen durchschnittlich alle vier Jahre die komplette alte IT durch neue Geräte ersetzt. Die damit verbundenen Investitionen in PCs, Server und Notebooks, aber auch in die aufwendige Softwarebetreuung  sind damit zu einem der bedeutendsten Kostenfaktoren für Unternehmen geworden. Einsparpotenziale sind also gefragt wie nie.

Einfache Lösungen für die Kostensenkung im IT-Bereich, wie zum Beispiel der Kauf von Hardware aus zweiter Hand, werden daher auch in Unternehmerkreisen immer beliebter. Doch trotz Preisvorteilen von bis zu 90 Prozent gegenüber dem Neupreis, scheut so manche Chefetage oder EDV-Abteilungen immer noch die Anschaffung gebrauchter PCsNotebooks und Workstations, auch wenn selbige ausschließlich in solider Businessqualität angeboten werden.

Aber auch in unserem täglichen Kontakt mit Privatkunden, stoßen wir immer wieder auf Fragen, ob denn gebrauchte Hardware überhaupt noch etwas tauge, oder wie es mit der Lebensdauer derselben aussähe, wenn die Geräte ja schon einige Jahre auf dem Buckel haben.

In diesem Artikel wollen wir nun endgültig mit den Vorurteilen gegenüber gebrauchter Hardware aufräumen. Wir zeigen dir, warum sich der Kauf gebrauchter Hardware gleich in mehrfacher Hinsicht auszahlt.

1. Neugeräte besitzen enormen Wertverfall

Der Wertverfall von Computern mit Windows oder Linux als Betriebssystem ist enorm. Als Faustregel gilt, dass diese PCs und Notebooks pro Jahr rund die Hälfte ihres aktuellen Wertes einbüßen. Ein Computer, der einmal 1.000 Euro gekostet hat, ist also vier Jahre später nur noch 125 Euro wert. Wäre der Windows- oder Linux-PC als Kapitalanlage gedacht gewesen, hätte man in dieser Zeit demnach einen sensationellen Verlust von 87,5 Prozent gemacht.

Etwas weniger dramatisch sieht es hingegen bei Apple-Computern aus. Als vor einigen Jahren Griechenland kurz vor dem Staatsbankrott stand, die Bankautomaten kaum noch Geld ausgaben und Überweisungen auf ausländische Konten nicht mehr möglich waren, versuchten viele Griechen – so gut es eben ging und von Panik getrieben – ihre Ersparnisse zu retten und kauften massenhaft neue iMacs und MacBooks. Der Grund für den Run: Apple-Rechner verlieren im Gegensatz zu anderen wieder schnell veräußerbaren Konsumartikeln unterdurchschnittlich an Wert. Der Preis eines gut erhaltenen Mac liegt auch vier Jahre nach Kauf immerhin noch bei rund der Hälfte des Neupreises.

2. Gebrauchtgeräte sind immer noch auf dem aktuellen Stand der Technik

Bereits seit einiger Zeit ist ein Trend zu beobachten, dass die Hardware-Anforderungen für neue Software relativ konstant bleiben. Jüngstes Beispiel hierfür ist das Betriebssystem Windows 10. Dieses gibt sich im Wesentlichen mit der gleichen technischen Grundausstattung zufrieden, wie die Vorgängerversionen.

Hast du dir zum Beispiel im Jahre 2010 einen PC oder ein Notebook mit einem 1GHz-Prozessor,  2 bis 4 GB Arbeitsspeicher und einer DirectX 9-Grafikkarte gekauft, was für damalige Verhältnisse schon ein Oberklasse-Computer war, dann ist dein Gerät auch heute noch absolut problemlos für das neueste Windows-Betriebssystem geeignet. Und dabei immerhin schon 8 Jahre alt.

Noch jüngere Computer sind damit also auch in den kommenden Jahren durchaus noch allen täglichen Anforderungen gewachsen.

Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Betriebssystemen ist auch bei ERP-Systemen zu beobachten. Der ERP-Branchenprimus SAP beispielsweise wirbt sogar explizit für die geringen Hardware-Anforderungen der eigenen Software-Lösungen. Tatsächlich – so heißt es auf der Unternehmensseite – liegen die Arbeitsplatz-Systemanforderungen für die ERP-Mittelstandskomplettlösung SAP® Business One lediglich bei einem PC mit Intel Pentium 4-Prozessor und 2 GB freiem Festplattenspeicher. Sogar Windows XP in der 32 Bit-Professional-Variante könne genutzt werden, um mit dem ERP-Vollprogramm zu arbeiten.

Noch besser stellt sich die Situation für gewerbliche Anwender dar. Diese surfen mit Ihrem Computer meistens ausschließlich im Internet, nutzen typische Office-Programme und schreiben E-Mails. Die Systemanforderungen von E-Mail-Clients, Browsern, Word, Excel und Co. sind so gering, dass selbst ein zehn Jahre alter PC mit Einkernprozessor und 800 MHz Taktfrequenz ausreicht, um flüssig arbeiten zu können.

3. Gebrauchtgeräte vermeiden Müll und schonen Ressourcen

Laut aktueller Statistik produziert jeder Deutsche sage und schreibe 22,8 kg Elektroschrott pro Jahr. Dies liegt natürlich nicht allein an ausrangierter Computerhardware, selbige trägt jedoch einen großen Teil zu diesem Müllberg bei.Die Entsorgung des Elektroschrotts stellt hingegen ein immer größer werdendes Problem dar. Ein Großteil dieses Müllberges wird in die Schwellenländer Asiens und Afrikas exportiert. Die Entsorgung der Altgeräte dort erfolgt meist per Hand und mit den einfachsten Mitteln. Kinderarbeit ist dabei eher die Regel als die Ausnahme.

Sicherheits- oder Umweltschutzauflagen existieren nicht.

Nicht recyclebare Teile und sogar Gefahrenstoffe landen auf riesigen Müllhalden und verseuchen die Umgebung. Die Recyclingquote bei Metallen liegt bis heute bei lediglich 15 Prozent in den Entwicklungsländern im Vergleich zu 70 Prozent in den westlichen Industrienationen.Doch selbst wenn sich die Entsorgungsfrage bei Computer nicht derart dramatisch stellen würde, bliebe der extrem hohe Energieaufwand der Produktion. Die Herstellung eines einzigen neuen PCs kostet heute etwa 3.000 Kilowattstunden Energie, wie es vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie errechnet wurde. Das ist mehr als der jährliche Strombedarf eines Zwei-Personen-Haushaltes.

Ein PC mit 150 Watt Stromverbrauch kann mit dieser Menge an Energie immerhin mehr als sechs Jahre acht Stunden täglich laufen. Wenn du dich also für Hardware aus zweiter Hand entscheidest, dann leistest du daher nicht nur einen wichtigen Beitrag zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und zum Umweltschutz sondern demonstrierst auch, dass sich Technikbegeisterung und ökologisches Handeln nicht gegenseitig ausschließen.

4. Gebrauchtgeräte entlasten den Geldbeutel

Stell dir vor, du willst deine vierköpfige Familie mit neuen Notebooks versorgen. Du und dein Partner bzw. deine Kinder sind eher durchschnittliche Computer-Anwender. Ihr benutzt den Laptop vor allem für typische Office-Aufgaben, das Internet oder für das gelegentliche Schauen eines Filmes. Dir stehen für die EDV-Ausstattung insgesamt 1.000 Euro zur Verfügung und jedes Familienmitglied soll am besten seinen eigenen Computer erhalten. Worauf wirst du beim Kauf wohl achten?

Sehr wahrscheinlich auf den Preis der mobilen Rechner. So gaben immerhin 51,1 Prozent der Teilnehmer einer Deutschland-Studie des US-Chipherstellers Intel an, beim Kauf eines neuen Rechners hauptsächlich auf den Preis desselben zu achten. Gleich danach folgte mit wenig Abstand der Prozessor. 50,1 Prozent der Studienteilnehmer bezeichneten ihn als eines der entscheidenden Kriterien beim Kauf eines neuen Computers.

Natürlich gibt es auch schon fabrikneue Notebooks für 250 Euro pro Stück. Bei der Ausstattung musst du dann aber freilich Abstriche machen. Statt eines leistungsstarken Intel Core i5-Prozessors gibt es in dieser Preisklasse lediglich einen müden Intel Atom-CPU. Statt vier nur zwei Gigabyte Arbeitspeicher, und ein vorinstalliertes gängiges Betriebssystem wie Windows oder gar ein optisches Laufwerk sucht man meist vergeblich bei den Geräten mit durchschnittlich 11,6 Zoll Displaygröße.

Im Grunde sind die Geräte also keine wirkliche Alternative zu vollwertigen Laptops, wie sie der Gebrauchtfachhandel mehrheitlich vertreibt.

Wenn du also viel Leistung für wenig Geld haben möchtest, greifst du besser zu einem mobilen Rechner aus zweiter Hand, wie zum Beispiel dem 14 Zoll-Notebook Lenovo Thinkpad T420, das es aktuell in A-Ware-Qualität bereits für 209 Euro im Online-Shop von ESM Computer zu kaufen gibt. Das bedeutet einen Preisvorteil von satten 86 Prozent gegenüber dem Neupreis von immerhin 1.500 Euro.

Was bedeutet eigentlich "refurbished"?

Gibst du das Wort "refurbished" bei Google Translate ein, dann erhältst du die Übersetzung "renoviert". Dies bringt den Sachverhalt schon ziemlich gut auf den Punkt. Denn bevor die PCs und Notebooks in den Handel gehen können, sind zunächst einige Arbeitschritte notwendig, um die Geräte fit für ihr zweites Leben zu machen.

Datenschutz hat beim Refurbishing gebrauchter Hardware oberste Priorität. Alle Geräte, die nach dem Ende der ersten Nutzungsdauer von Unternehmen veräußert werden, haben daher eine zertifizierte Datenlöschung hinter sich. Das ist zum einen notwendig, damit niemand unbefugt sensible Unternehmensdaten rekonstruieren kann, zum anderen kann so der Käufer eines Gebraucht-PCs aber auch wirklich sicher sein, dass sein Rechner frei von Schadsoftware ist.

Aber natürlich ist Datensicherheit nicht das Einzige, das beim Handel mit refurbished Computern wichtig ist. Selbstverständlich muss auch ein guter technischer Zustand der Ware gewährleistet sein. Daher durchlaufen alle Rechner vor dem Verkauf eine Überprüfung, in der die Systemkomponenten getestet und die genauen Gerätekonfigurationen ermittelt werden. Wurden defekte Teile identifiziert, erfolgt ein Austausch. Ist ein Computer verkauft, wird zunächst das Betriebssystem installiert und anschließend das Gerät innen und außen gründlich gereinigt, ehe es an den Kunden übergeben wird.

So kannst du dir sicher sein, dass dein neuer Gebrauchter sowohl ansprechend aussieht, als auch einwandfrei funktioniert. Nur so hast du noch viele Jahre Spass an deinem neuen Gerät.

 

Titelbild: © stockphoto-graf – Fotolia.com
Bilder: © animaflora – Fotolia.com / © statista.com

 

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