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Stromsparen: So verbraucht dein PC weniger

Stromsparen: So verbraucht dein PC weniger

Stromsparen: So verbraucht dein PC weniger

Wenn du ein exzessiver PC-Gamer bist, der noch kostenlos zuhause wohnt, dann solltest du diesen Artikel vielleicht besser nicht deinen Eltern zeigen. Der Grund: Die leidenschaftliche Computer-Zockerei ist nicht nur wegen der besonderen Hardware-Anforderungen ein teures Vergnügen, auch der Stromverbrauch der Gamer-PCs kann schnell tiefe Löcher in das Budget reißen. Der Familienfriede könnte also ernsthaft gefährdet sein.

Doch auch wenn du "nur" öfters mit Photoshop arbeitest, Filme auf deinem Notebook ansiehst oder deinen PC oft im Leerlauf einfach vor sich hin laufen lässt, solltest du öfters einen prüfenden Blick auf deinen  Stromzähler werfen. Denn bei einem Strompreis von aktuell durchschnittlich 29,42 Cent pro Kilowattstunde können bereits kleine Veränderungen an den eigenen Nutzungsgewohnheiten oder der Computer-Hardware bares Geld sparen.

Statistik: Durchschnittliche Stromrechnung eines 3-Personen-Haushaltes in Deutschland in den Jahren 1998 bis 2018 (in Euro pro Monat) | Statista

Wir zeigen dir, worauf es dabei ankommt, und wie du deine PC-Hardware hinsichtlich Stromsparen optimieren kannst.

25 Prozent des Stroms für PC & Co.

Knapp 25 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs eines Haushaltes entfallen aktuell auf Computer, Drucker, Router und Fernseher, wie eine Studie der Energie Agentur.NRW belegt. Ende der 1990er Jahre lag dieser Anteil noch bei rund 7 Prozent, nur jeder vierte Haushalt besaß überhaupt einen PC.

Im Klartext bedeutet dies: der Stromverbrauch allein für Informations- und Unterhaltungselektronik hat sich mehr als verdreifacht. Die Kosten liegen noch vor denen von Kühlschrank und Waschmaschine.

Grund für diese Entwicklung sind vor allem natürlich deutlich mehr Geräte in den Haushalten, die zudem aber auch immer länger genutzt werden. Rund fünf Stunden ist heute jeder PC täglich in Betrieb, die durchschnittliche Standby-Zeit beträgt 9 Stunden pro Tag. Immer größere Diplays bei Monitoren und Fernsehern beeinflussen den Energieverbrauch ebenfalls negativ.

Alte Monitore konsequent ausmustern

stromsparen-flatscreenDer durchschnittliche Energiebedarf eines alten Röhrenmonitors mit 20 Zoll Display-Diagonale beträgt über 100 Watt, während ein vergleichbarer TFT-Flachbildschirm nur etwa 25 Watt verbraucht.

Bemühen wir einmal die Milchmädchenrechnung mit 4 Stunden Betrieb pro Tag mal 365 Tage im Jahr, so schlägt das alte Röhren-Ungetüm mit satten 42,95 Euro pro Jahr zu Buche, während der moderne Flachbildschirm im Gegensatz dazu nur 10,74 Euro kostet.

Ich muss zugeben, dass der Unterschied derart krass ausfällt, hätte ich vor den Recherchen zu diesem Artikel selbst nicht gedacht. Aber es gibt immer noch zahlreiche Computernutzer da draußen, die eisern an ihrem alten klobigen Monitor festhalten. Um bei unserer Milchmädchenrechnung von oben zu bleiben: Der Flatscreen kostet rund 30,00 € weniger im Jahr, als der "Dicke". Hochwertige gebrauchte Business-Monitore in A-Ware Qualität liegen derzeit bei etwa 70,00 € Anschaffungspreis. Will heißen: nach gut 2 Jahren hat sich der Austausch schon allein über die Stromrechhnung amortisiert.

Zudem liefern die modernen Flatscreens ein um Welten besseres Bild, wiegen nur etwa ein Zehntel und nehmen deutlich weniger Platz auf dem Schreibtisch in Anspruch. Hier gibt es also nur eine Empfehlung: Weg mit den alten Röhren-Screens, und zwar so schnell wie möglich!

Beim Neukauf genau abwägen

stromsparen-ipadDoch nicht nur die Monitore sind die alleinig Schuldigen am immensen Stromverbrauch mancher Systeme. Der Wahl des richtigen Computers kommt mindestens eine genauso hohe Bedeutung zu.

Wahre Meister im Stromsparen sind dabei Tablet-PCs. Mit einer Leistungsaufnahme von unter 10 Watt verbrauchen die handlichen Geräte gerade mal ein Fünftel der Energie, die ein gutes Notebook benötigt. Im Vergleich zu Desktop-Rechnern sieht die Bilanz sogar noch besser aus. Die großen PCs verbrauchen bei durchschnittlicher Nutzung rund 13 bis 15 mal soviel Strom wie ein Tablet. Es gilt daher die Faustregel: Je mobiler ein Gerät ist, desto weniger Energie verbraucht es.

GrafikkarteDoch auch bei Desktop-PCs gibt es eine ganze Reihe von Potential zum Stromsparen. Wenn du deinen Rechner nicht gerade für komplexe CAD-Anwendungen oder aufwändige PC-Games benötigst, dann kannst du statt eines Rechners mit Vierkern-Prozessor auch ein Modell mit Zweikern-CPU kaufen. Das spart im Volllastbetrieb bis zu 20 Watt. Verzichtest du zudem auf eine separate Grafikkarte und entscheidest dich stattdessen für einen PC mit Onboard-Grafiklösung, dann kannst du dich abermals über weitere 100 Watt weniger Stromverbrauch freuen.

Mini-PCs: clevere Sparer

Trotz des hohen Stromverbrauchs bleiben ausgewachsene Desktop-Rechner natürlich das Mittel der Wahl, wenn es komplexe CAD-, Gaming- oder Multimedia-Jobs zu erledigen gilt.

Stromnsparen-Mini-PCAllerdings findet im Endanwender- und Office-Bereich immer häufiger ein Umdenken statt. Wo meist nur Texte getippt oder Excel-Tabellen gepflegt werden, weichen die großen energiehungrigen Desktop-Rechner immer öfter smarten verbrauchsgünstigen Mini-PCs.

Schon die technischen Datenblätter der kompakten Computer machen das Stromsparpotenzial deutlich. Statt der üblichen 350 oder 500 Watt sind die Netzteile der Mini-PCs meist auf 65 bis höchstens 90 Watt ausgelegt. Bei Office-Anwendungen ohne Multimedia-Elemente liegt der Stromverbrauch der Geräte lediglich bei rund 30 Watt. Grund dafür sind die energiesparenden Notebook-Komponenten, die meist in den kleinen Computern verbaut sind.

Bedingt durch geringes Gewicht, kompakte Abmessungen, geringen Stromverbrauch und vielfältige Anschlussmöglichkeiten sind den Mini-PCs im Alltagsbetrieb nahezu keine Grenzen gesetzt. Egal ob Arbeits- und Berufsalltag, oder Schule und Studium, ein Mini-PC eignet sich bestens, um online zu arbeiten, Mails zu schreiben, Texte zu verarbeiten oder Präsentationen vorzubereiten und zu präsentieren.

Zum Weiterlesen: Klein aber fein - Mini-PCs liegen im Trend
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Warum also nicht beim nächsten PC-Neukauf einfach mal über einen Mini-PC nachdenken? Deine Stromrechnung wird es dir auf jeden Fall danken.

WLAN-Router über Nacht abschalten

Stromsparen-RouterDie meisten WLAN-Router senden ununterbrochen, selbst wenn das mobile Netzwerk nicht benötigt wird. Das kostet bares Geld. Dabei bieten heute nahezu alle Geräte die Möglichkeit, das WLAN über die Nachtschaltung vorübergehend zu deaktivieren.

Das ist vor allem für Singles interessant, das sich die Nachtschaltung auch tagsüber, wenn man ohnehin auf der Arbeit ist, aktivieren lässt.

Neugeräte und die "versteckten" Stromkosten

Ein Single-Haushalt benötigt je nach technischer Ausstattung zwischen 1500 und 2000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Allein für die Produktion eines einzigen neuen Computers sind hingegen rund 3000 KWh fällig, wie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie errechnet hat.

Mit dieser Energiemenge ließe sich ein Hochleistungs-Notebook rund 60.000 Stunden und ein sparsamer Tablet-PC sogar  300.000 Stunden lang betreiben.

Die Gesamtenergiebilanz fabrikneuer Computer ist somit mehr als nur vernichtend; der Kauf neuer Hardware nicht nur unwelt- und ressourcenbelastend, sondern auch unverhältnismäßig teuer, da die hohen Energiekosten selbstverständlich vom Hersteller bereits mit in den Verkaufspreis einkalkuliert sind.

Zum Weiterlesen: 4 Gründe, die für gebrauchte Hardware sprechen

Überlege dir doch vor dem nächsten Neukauf  einfach einmal, ob du wirklich schon wieder einen komplett neuen Computer anschaffen musst. Vielleicht reicht auch eine Aufrüstung, oder es ist ausreichend, einfach nur ein paar Komponenten auszuwechseln? Oder es genügt die Anschaffung eines guten gebrauchten und professionell wieder aufbereiteten Systems?

 

Titelbild: © Marco2811 – Fotolia.com
Bilder: © ESM Computer GmbH / © rommma – Fotolia.com

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